Die Ökozone der Mittelbreiten
Unterricht - aktuell März 19th, 2007Ich beschränke mich in meinem Artikel mehr auf die trockenen Mittelbreiten.
Die trockenen Mittelbreiten:
Auch kontinentale Zone genannt. Typisch für diese Zone sind die trockenen, warmen Sommer und die kalten Winter. Die trockenen Mittelbreiten stellen den Übergang von den feuchten Mittelbreiten zur Wüste dar, was daraus schließen lässt, dass sie relativ baumlos ist. Vergleichbar mit der Savanne, nur dass in den t. M. die Vegetation/die Bäume nicht feuerresistent sind. Die Grassteppen, die in dieser Ökozone vorherrschen, werden je nach ihrer Lage auf der Erdkugel anders benannt:
- Prärie in Nordamerika (Great Plains von Kanada bis nach Texas/USA und Großes Becken)

- Pampa in Südamerika (südliches Argentinien: Ostpatagonien)

- Steppe in Eurasien (vom Schwarzen Meer bis zum Pazifik, im S bis ans Himalajamassiv)

Afrika besitzt keine trockenen Mittelbreiten
Grund für diese Verteilung und eine weitere charakteristische Eigenschaft der t. M. ist ihre “Leelage”. Höhe Gebirgszüge (Rocky Mountains und die Anden) zwingen die feuchten Luftmassen zu einem Steigungsregen. Die wieder abfallende trockene Luft ist dann typisch für die tockenen Mittelbreiten. Deswegen gibt es in Neuseeland auf der Leeseite eines 3000 Meter hohen Gebirges auch ein verhältnismäßig kleines Stück Land, welches die Eigenschaften der t. M. aufweist. In der eurasischen Steppe ist vor allem die innerkontinentale Lage der Grund für die trockene Luft.
Was die Niederschläge bzw. die Vegetationsperiode angeht, kann man sagen, dass die Monate mit p[mm] > 2tmon[°C] zwischen 0 und 4 Monaten betragen, in Sonderfällen auch 5. Der Jahresniederschlag ist mit weniger als 400 mm zu begrenzen, während dabei mehr als die Häfte im Sommer fällt. In Nordamerika - in der dortigen Prärie - sogar bis zu 300 mm.
Hier stellt sich vielleicht die Frage warum die Prärie baumlos ist, da die Böden an sich keinen limitierenden Faktor darstellen. Hierfür gibt es, wenn man es so einfach abgrenzen will und kann, drei wesentliche Gründe, weshalb Bäume nicht bzw. nur sehr vereinzelt vorzufinden sind:
- Das Mittel von einem Blitzschlag pro 5.000 Hektar pro Jahr lässt Feuer entstehen, die die Vegitation vernichtet. Die Gräser sind jedoch gegenüber den größeren Pflanzen wie Bäumen im Vorteil, da sie viel schneller wachsen und somit das Gebiet für sich behaupten. (Feuer)
- Früher haben riesige weidende Bisonherden die Prärievegitation begünstigt. (große Pflanzenfresser = Herbivorie)
- Zum Beispiel periodisch wiederkehrende Dürren (z.B. zw. 1934-1941) sind auch ein bedeutender Faktor für die Baumlosigkeit. Auch Spätfröste und Stürme tragen dazu bei. Bäume brauchen grundsätzlich mehr Wasser als Gräser. Anfang des Winters trockenen sogar die Gräser oberirdisch aus, was den winterlichen Wassermangel wiederspiegelt. Dies wäre für die Bäume nicht tragbar. (klimatische Ursachen)

Hier sieht man nochmal schön zusammengefasst den Übergang von der Subpolaren Zone (links) über die Boreale Zone zu den feuchten Mittelbreiten bis hin zu der von mir beschriebenen beschriebenen tockenen Mittelbreiten (rechts, Steppe). Ganz rechts (geographisch gesehen wäre das am äquatornähesten) schließen sich sogar schon die Wüstengebiete an.
Eurasiens Steppe:
Die trockene Steppe hat eine Phytomasse (kurz: die gesamte pflanzliche Substanz) von 22t/ha. Davon sind 9% (2t) oberirdisch und die restlichen 91% unterirdisch als Wurzeln oder Rhizome. 40% dieser Phytomasse fallen jährlich als Abfall an. Wiederum aufgeteilt in ober- und unterirdisch: 2 Tonnen = 23% als grüne Teile und 6,7 Tonen = 77% unterirdisch.
Nordamerikanische Prärie:
Viel kleiner als die Steppen in Eurasien, womit eben extrem kontinentale Gebiete völlig fehlen. Eine Einteilung verschiedener Präriearten ist hier nicht möglich. Charakteristisch für die nordamerikanische Prärie ist der Niederschlag. Wegen der N-S-Erstreckung der Rocky Mountains (= Prärie in Lee-Lage) variiert der Wasserhaushalt sehr stark und führt auch zu Trockenperioden. Auch die das von W nach O bestehende Gefälle (von ca. 2.000 Meter auf ca. 200 Meter) hat auch erhebliche Unterschiede bei den Temperaturen zur Folge.
Südamerikanische Pampa:
Im Vergleich zu der Prärie und den Steppen noch - flächenmäßig - kleiner. Teile der Pampa wurden wohl erst durch den menschlichen Einfluss baumlos und zählen heute zu den trockenen Mittelbreiten. 80% des Ackerlandes in Argentinien und 60% der Viehhaltung wird auf Pampa-Boden ausgeübt. Auch wohnen dort 2/3 der Bevölkerung, was sich auf die Vegetation so auswirkt, dass nur noch kleine Bereiche ihre ursprünglichen Gegebenheiten beibehalten haben.
Grundsätzlich lässt sich zusammenfassen, dass die trockenen Mittelbreiten nicht für intensive Nutzung seitens der Viehhaltung oder des Futteranbaus zur Verfügung stehen. Eine extensive Bewirtschaftung ist hier wohl am Besten angebracht.
Quellen:
Veröffentlicht von Muf

Mai 21st, 2008 at 21:00
Ich finde eure Seite super