Die subpolare Zone und deren Vegetation
Unterricht - aktuell März 18th, 2007Die subpolare Zone bildet den Übergang zwischen der polaren und der gemäßigten Zone. Diese Zone ist durch den halbjährlichen Wechsel von außertropischen Westwinden im Sommer und durch polare Ostwinde im Winter geprägt. Die Subpolargebiete werden durch kühle, kurze Sommer (6 bis 10° C mTwM) und kalten, langen (bis zu 8 Monaten andauernden)Wintern (mTkM unter -8° C) gekennzeichnet. Die Jahresmitteltemperatur liegt unter 0° C. Die Niederschläge sind ganzjährig niedrig, nur im Sommer etwas höher. Obwohl die Jahresniederschläge stets unter 300 mm/Jahr sind, herrschen humide Verhältnisse vor, da wegen der niedrigen Temperaturen die Evaporationsrate sehr gering ist. Ausnahmen bilden die Regionen Nordeuropas, die vom Golfstrom beeinflusst werden. In Island sind die Winter beispielsweise weniger kalt und die Niederschlagsmengen sind teilweise höher als 1000 mm/Jahr. Abbildung 1 zeigt ein typisches Walther-Lieth-Diagramm einer subpolaren Klimastation.
Abb. 1:

Da die Tundra die Vegetationszone der subpolaren Zone ist, wird im folgenden auf die Bodenbildung und die Bodenmuster in der Tundra, die Pflanzengesellschaften und auf die dortige Fauna eingegangen.
Die Tundra befindet sich nur in der Arktis im Norden und nicht in der Antarktis im Süden. Sie bildet den Übergang von der Eiswüste zur Taiga.
Durch die klimatischen Bedingungen ist keine intensive Bodenbildung möglich. Die vorhandenen Böden der Tundra sind denen der Taiga ähnlich, obwohl der Tundraboden eine deutlich geringere Entwicklungstiefe aufweist. Zu diesen Böden gehören die Nanopodsole, Tundragleyböden und Gleye-Podsole.
Der Boden ist dauerhaft gefroren (bis zu 400 m tief) und taut im Sommer nur etwa 1 m auf. Die darunter gefrorene Bodenschicht verhindert den Abfluss des Schmelzwassers, sodass sich das Wasser an der Oberfläche hält und sich somit Sümpfe und Teiche bilden. Durch das Schmelzwasser werden die Pflanzen mit Wasser versorgt, die wegen der geringen Niederschlagsmenge dringend auf Wasser angewiesen sind.
An gut entwässerten Stellen entstehen durch den Wechsel von Gefrieren und Tauen Risse im Boden, wodurch sich ein regelmäßiges Polygonmuster bildet. In Gebiete, die schlecht entwässert sind bilden sich unregelmäßige Frostmusterböden, sowie Geländeformen wie Erdhügel und Erdstreifen. Die Frostmusterböden weisen verschiedene Strukturen auf. In Ebenen sind Steinringe (Abb. 2) und Steinnetze (Abb. 3) zu finden, an Hanglagen findet man hingegen Girlandenböden (Abb. 4) und Steinstreifen (Abb. 5) vor.
Abb. 2:

Abb. 3:

Abb.: 4

Abb.: 5

Diese Strukturen entwickeln sich in Gebieten mit hoher Frostwechselhäufigkeit im periglazialen Bereich, dass heißt in eisfreien und vegetationsarmen Gebieten. Ähnliche Strukturen findet man auch in den subnivalen und alpinen Stufen der Hochgebirge der mittleren Breiten.
Aufgrund der langen Frostperiode von 9-10 Monaten und des geringen Wassergehalts im Boden entwickeln sich in der Tundra keinerlei hochwachsende Pflanzen wie beispielsweise Bäume. Somit ist die Vegetation der Tundra baumlos. Die Pflanzen, die in der Tundra gedeihen bilden allesamt niedrige Wuchsformen und Knospen aus, die unter der Schneedecke überwintern, und wenn es wärmer wird erneut aufblühen. An den, für die Tundra typischen, Wasserlachen und kleinen Seen wachsen Moose und Farne, an den trockenen Standorten wachsen hingegen Flechten.
Die Tierwelt der Tundra lässt sich in drei Gruppen unterteilen. Jede dieser Gruppe hat sich auf ihre eigene Weise sowohl an die klimatischen als auch an die Vegetationsperiode angepasst.
Die erste Gruppe zeichnet sich trotz der winterlichen Kälte durch ein außergewöhnliches Standvermögen im Hinblick auf niedrige Temperaturen aus. Zu dieser Gruppe gehören eine Reihe von Insekten, vor allem die Stechmücke, die in der kurzen Sommerzeit das Leben zur Plage werden lassen können. Die Mücken legen die Eier zu Beginn der kalten Jahreszeit ab, sodass diese im Winter einfrieren. Sobald im Frühjahr das Eis schmilzt, und sich die Temperatur erwärmt, können sie sich schnell entwickeln und das Larvenstadium durchlaufen.
Andere Tiere verfügen über einen besonderen Kälteschutz in Form dichtem Fell, wie zum Beispiel der Moschusochse, oder ein Federkleid, wie zum Beispiel der Rauhfußbussard. Vor allem der Moschusochse sowie zahlreiche andere Nager sind in der Lage die Pflanzendecke unter dem Schnee freizukratzen, um auch in der kalten Jahreszeit Nahrung zu finden.
Zu der dritten Gruppe gehört das Rentier, für das die Rentierflechte die eigentliche Nahrungsgrundlage darstellt. Da diese Flechten jedoch nur sehr lückig wachsen, wird die Nahrungsversorgung für die Rentiere unter der dicken Eisfläche jedoch sehr problematisch. Diese Tiere weichen einfach der klimatischen Ungunst von Polarnacht und extremer Kälte aus, indem sie an den Rand der borealen Wälder und die Waldtundra ziehen. Dieser Gruppe gehören auch die Zugvögel an.
Quellen:
Bücher:
Müller-Hohenstein, K (1979).: Die Landschaftsgürtel der Erde. S. 190-194.
Internetpublikationen:
www.m-forkel.de/klima/flohn.html
de.wikipedia.org/wiki/Subpolare_Zone
de.encarta.msn.com/encyclopedia_761557297/Tundra.html
Bilder über www.google.de
Veröffentlicht von Mona
