Fort McMurray - im Norden der Provinz Alberta liegt das größte Ölsandgebiet Kanadas Athabasca Oil Sands, dessen Größe mit Florida vergleichbar ist. Kanada verfügt über eine Reserve von ungefähr 24 Milliarden Tonnen gewinnbarem Öl, was ungefähr einem Viertel der globalen Ölsandvorkommen entspricht. Übertroffen wird diese enorme Kapazität nur noch von Saudi-Arabien. Für das Land bedeutet dies den Aufstieg zum Öldorado.
Die schon lange bekannten Reserven sind aber erst jetzt durch die hohen Weltmarktpreise für Rohöl und aufgrund von sehr viel fortschrittlicheren Förderungstechnologien rentabel und konkurrenzfähig geworden („50 Prozent billiger als vor 20 Jahren“), weshalb man auch das Ziel verfolgt die Produktion bis 2015 auf 2,6-3 Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Damit wird Kanada zum schnellst wachsendsten Ölproduzent der kommenden Jahre. Noch zu Beginn der Erschließung vor ca. 20 Jahren betrugen die Kosten zur Förderung 17,5 US-Dollar pro Barrel, die aber mittlerweile schon auf weniger als 8 Dollar gesunken sind, das kommt größtenteils daher, dass das Ölsand nicht mehr nur im Tagebau, sondern auch durch Dampf-Injektion unterhalb der Erdoberfläche abgebaut wird.

Das Gebiet im Nordwesten Kanadas hat sich mittlerweile zur größten Investitions-Ansiedelung weltweit entwickelt, da kanadische und ausländische Ölkonzerne fast 60 Milliarden Euro in die Ölsandförderung investiert haben.
Kanada hat bereits Saudi-Arabien als größten Öl-Lieferanten für die USA abgelöst und verdient bei einem Preis von durchschnittlich 60 US-Dollar pro Barrel Öl mehr als 200 Mrd. Dollar allein durch den Rohstoffexport.
Durch diese Entwicklung kommt es auch in der kanadischen Wirtschaft v.a. in der Provinz Alberta zu einem einzigartigen Aufschwung:
- bislang wurden bereits ca. 30.000 Arbeitsplätze geschaffen und es sollen noch weiter 100.000 folgen (niedrigste Arbeitslosenquote seit 1976)
- durch die vielen Investitionen größer Ölkonzerne ist Alberta fast schuldenfrei
- 2004 wurde ein Überschuss von 2,7 Milliarden Euro verzeichnet, was der Staat nun für Erziehung, Bildung und Gesundheit verwendet
- die Einkommenssituation für die Bevölkerung hat sich erheblich verbessert und das Bruttoinlandsprodukt ist von 2,6% auf 3,3% gestiegen
- die wirtschaftliche und politische Bedeutung Kanadas wird ebenfalls zunehmen
Es ist weiterhin zu erwarten, dass das Wirtschaftswachstum von ca. zwei Prozent jährlich anhalten wird.
Dies alles hat dazu beigetragen, dass Kanada das einzigste Land unter den führenden Industrienationen ist, dass sowohl im Handel als auch im Staatshaushalt Überschüsse aufweisen kann. Gleichzeitig ist diese Tatsache mit einem Rekord-Konsum in der Bevölkerung verbunden, man spricht auch von Fort McMoney.
Gleichzeitig ist die überdurchschnittlich hohe Firmenansiedelung ein Anzeichen dafür: Kanada und v.a. Alberta wird für ausländische Firmen immer attraktiver. Gründe dafür sind die niedrigen Steuern und Krankenhausbeiträge sowie die Zuschüsse, die die Unternehmen bei einer Ansiedelung von den lokalen Regierungen erhalten. Auch die Tatsache, dass sich mit kanadischen Industriearbeitern jährlich, pro Beschäftigten, im Vergleich zur USA ungefähr 3000 Dollar einsparen lassen wirkt sehr anziehend.
Quellen:
http://www.welt.de/data/2005/07/22/749053.html
http://www.mercur.org/?p=87&l=0
Veröffentlicht von Verena