Am 1.Mai fand die UN-Menschenrechtskommission in Genf statt, wo ein kanadischer Landwirt vor den Gefahren der Gentechnik warnte. Der Fall Schmeiser macht deutlich, wie sehr die kanadischen Landwirte von der Gentechnik bedroht sind und deren Existenz auf dem Spiel steht.
Der Fall Schmeiser:
Percy Schmeiser ist ein Farmer aus der kanadischen Provinz Saskatchewan. Er betreibt seit Jahren den Rapsanbau und züchtet sogar selbst sein eigenes Saatgut. Da Schmeiser eine negative Einstellung gegenüber der Gentechnik besitzt, verweigert er jeglichen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen.
Im Jahre 1998 wurde Percy Schmeiser jedoch von dem Großkonzern Monsanto verklagt. Die Firma verkauft Genprodukte, unter anderem auch gentechnisch veränderten Raps. Da sogenannte „Gendetektive“ der Firma auf Schmeisers Feldern deren „Roundup-Ready Raps“ fanden, wurde Schmeiser von dem Gentech-Konzern Monsanto auf 400 000 CND $ verklagt.
Percy Schmeiser
Der Landwirt wollte das Gericht davon überzeugen, dass er keineswegs Genprodukte anbaut, sondern dass die Pflanzen per Pollenflug auf seine Felder gelangen. Da Schmeisers Feld direkt in Straßennähe liegt, können Rapssamen leicht durch den offenen Transport auf den Straßen auf das Feld gelangen.
Eine europäische Studie zeigt, dass Percy Schmeiser Recht hat:
Besonders der Rapssamen wird per Pollenflug und Insektenbestäubung leicht auf andere Felder übertragen. Schmeiser ist nicht der einzige Landwirt, der sich wegen unfreiwilligen Pflanzenwachstums beklagt. Rund 1000 Biobauern gaben im Jahr 2002 an, dass auch sie auf ihren Feldern unbekannten Genraps vorfanden.
“Roundup-Ready Raps”
Kanada ist bekannt für seinen Getreideexport, doch auch andere Produkte wie Soja, Raps und Leinsamen werden verstärkt angebaut, wobei vor allem Raps und Soja gentechnisch verändert werden.
Kanada ist somit das beste Beispiel, dass es kaum noch möglich ist, biologisch genfreien Anbau zu betreiben, weil ein Nebeneinander von biologisch-konventionellem Anbau zunehmend problematischer wird und wilde Auskreuzungen hervorruft.
Kanadas Landwirtschaft ist somit geprägt von gentechnisch-veränderten Produkten, was viele Landwirte in den Ruin treibt. Im Jahre 2003 betrug der Anteil des genkontaminierten Roundup-Ready Raps 48%, Tendenz steigend. Durch die Gentechnik befassen sich Zukunftsaussichten damit, dass in einigen Jahren kaum noch Lebensmittel verkauft werden, die nicht gentechnisch verändert wurden.
Da Großkonzerne wie Monsanto von der kanadischen Regierung unterstützt werden und immer mehr an Bedeutung gewinnen, versuchen sie kleine Farmen mit leeren Versprechungen von der Gentechnik zu überzeugen. So benötigen Landwirte heutzutage bis zu neun mal mehr Herbizide, um sogenanntes „superweed“ zu bekämpfen, das durch Auskreuzungen entstanden und deshalb resistent gegen mehrere Herbizide ist. Die Erträge sind in keinster Weise gestiegen, noch dazu ist die Qualität der Pflanzen gesunken. Das hat natürlich zur Folge, dass kanadische Landwirte kaum noch Chancen auf dem Markt haben und deshalb ihre Höfe aufgeben müssen. Nicht ohne Grund werden immer mehr Kleinbetriebe aufgegeben und sämtliche landwirtschaftlichen Gebiete verwüsten. Bestes Beispiel des Verwüstungsprozess geben die Atlantikprovinzen.
Eine Lösung ist bis jetzt noch nicht gefunden. Auch eine „Umpolung“ ist kaum möglich, da ein Feld mit einmaligem Einsatz von Genprodukten nur schwer wieder zu reinigen ist, weil Gensamen aufgrund ihrer Herbizidresistenz kaum zu bekämpfen sind und sogar jahrelang im Boden existieren können.

Percy Schmeiser warnt die europäische Landwirtschaft davor, sich nicht von diesen Gentech-Konzernen beeinflussen zu lassen und empfiehlt den europäischen Anbau vor Genprodukten zu schützen. Auch internationale Studien warnen vor den Risken von verändertem Samengut, nämlich dass es die Gesundheit der Menschen und auch die Umwelt beeinflussen würde. Zu große Sicherheitslücken und unerforschte Gefahren könnten zu unaufhaltbaren Schwierigkeiten führen. Außerdem gefährdet es die Existenz von vielen Kleinbauern, die aufgrund hohen Kosten und bedrohtem Bioanbau nicht mehr überleben können.
Quellen:
http://www.genfood.at/Argumente/Allgemeines/813/
http://www.gentechnikfreie-anbauregion-rt.de/aktuelles.html
http://derstandard.at/?url=/?id=2435651
Veröffentlicht von Tina