Tornados in Nordamerika
Themengebiet(e): Unterricht - aktuell 7 Kommentare »Immer öfter hört man in den Nachrichten Berichte über Naturkatastrophen, die hauptsächlich aus dem Naturraum Nordamerika stammen. Dessen Ostküste wird meist von Erdbeben und Vulkanausbrüchen gefährdet, wohingegen die Great Plains von Tornados und Blizzards und die Golfküste von Hurricanes heimgesucht wird.

Tornados, gelegentlich auch Twisters genannt, sind schnell rotierende Luftwirbel, die über dem Festland entstehen und von der Unterseite einer Wolke (Cumuluswolke) bis zum Erdboden reichen. Sie treten vor allem in den Great Plains von Nordamerika auf und entstehen wenn sich große Gewitterwolken über einer Schicht aufgeheizter Luft bilden. Während die Kaltluft aus mehreren Kilometern Höhe herabstürzt, schraubt sich außenrum eine Warmluft-Säule immer schneller nach oben. So entsteht ein Rüssel mit atemberaubenden Windgeschwindigkeiten von über 400 km/h, der dann über das Land hinwegzieht und alles im näheren Umkreis ansaugt und durch die Luft wirbelt. Dadurch dass Tornados eine Drehgeschindigkeit von 640 km/h erreichen können, können sie sogar Züge hochheben, als wären es Pappkartons. Im sogenannten “Auge”, dem inneren des Tornados herrscht absolute Windstille, allerdings kann es dort durch den extrem starken Luftdruckabfall zum explodieren einzelner Gebäude kommen. Nach etwa 20 bis 30 Minuten und einer im Durchschnitt 25 km zurückgelegten Strecke, hinterlässt ein Tornado eine zwischen 20 bis 1000 m breite Schneise.

In Nordamerika gibt es jedes Jahr etwa 640 Tornados, deren Wirkung am Boden, der Druckwelle einer Atombombe entspricht. Tornados wüten mehrmals im Jahr meist zwischen Mai bis Ende Juli mit Unterschiedlichem Ausmaß:
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Der erste richtig schlimme Tornado brach am frühen Nachmittag des 7.Mai 1840 über Natchez, Mississippi, her, der über 300 Menschen das Leben kostete und mehr als 200 Menschen zum Teil schwer verletzte.
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Am 18.April 1880 kommen in einer Reihe von 24 Tornados über Missouri mehr als 100 Menschen ums Leben und richtete einen Schaden von mehr als 2 Millionen Dollar an.
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1884 zogen mehr als 60 Tornados innerhalb von 24 Stunden über die Stadt Davisboro in Georgia hinweg, welche dadurch vollständig zerstört wurde. Dabei verloren über 800 Menschen ihr Leben.
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1896 wütete ein schwerer Tornado ca. 20 Minuten über Missouri. Über 2500 Menschen wurden verletzt und 306 Menschen ließen ihr Leben.
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Am 18.März 1925 verwüstete der sogennante “Dreistaaten-Tornado” mit unglaublicher Geschwindigkeit Teile Missouris, Illinois und Insianas. Der “Rüssel” des Tornados bildete sich über der Stadt Annapolis, Missouri, und machte innerhalb weniger Minuten die Stadt dem Erdboden gleich. Insgesamt kam es zu einer Opferzahl von 689.
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1953 richtete ein Tornado in der Stadt Flint in Michigan einen Schaden von 19 Millionen Dollar an, forderte das Leben von 116 Menschen und verletzte mehr als 860 Menschen zum Teil schwer.
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1953 kamen 62 Menschen durch einen Tornado in Worcester, Massachusetts, ums Leben. Der Schaden lag bei mehr als 52 Millionen Dollar.
- Am 11.April 1965 wüteten in Ohio 51 Tornados und tötete 256 Menschen. Ein Jugendlicher hatte Glück: Er wurde von dem Twister aus dem Bett gezogen, durch das Fenster mitgerissen und draußen auf der Straße ohne eine Schramme wieder abgesetzt!
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Gleichzeitig richteten mehrere Tornados im Bundesstaat Indiana an einem Tag eine Schaden von 300 Millionen Dollar an und töteten mehr als 270 Menschen. Dort wurde ein 18 Monate altes Baby aus einem gerade einstürzenden Haus gerissen und 50 m weiter sanft wieder abgesetzt.
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Am 03.08.1999 fegen 70 Tornados gleichzeitig über Texas, Oklahoma und Kansas. Am schlimmsten betroffen war Oklahoma City, mit 48 Toten und 1,2 Milliarden Dollar Schaden.
Mit Hilfe der “Fujita-Tornado-Skala”, die von Dr. Theodore Fujita, einem führenden Tornadoforscher entwickelt wurde, kann man alle Tornados aufgrund ihrer Windgeschwindigkeit und ihrer verursachten Schäden in 6 Klassen unterteilen:
| Die Fujita-Tornado-Skala stuft Tornados in 6 Klassen: | ||||
| Wind | Bezeichnung | Schäden | Häufigkeit | |
| F0 | unter 118km/h | leicht | starke Schäden an Gebäuden, zahlreich Bäume stürzen um | 29% |
| F1 | über 118km/h | mäßig | schwere Schäden an Gebäuden, Schneise durch Waldgebiete | 40% |
| F2 | über 180km/h | stark | verheerende Schäden an alle Bebauungen | 24% |
| F3 | über 253km/h | verwüstend | ganze Häuser werden zerstört | 6% |
| F4 | über 332km/h | vernichtend | Vernichtung ganzer Ortschaften, Schiffe werden Hunderte von Metern weit geworfen, akute Lebensgefahr für Mensch und Tier | 2% |
| F5 | über 418km/h | katastrophal | selbst tonnenschwere Flugzeuge und Schiffe werden Hunderte von Metern geworfen, akute Lebensgefahr für Mensch und Tier, Vernichtung fast aller Gebäude | unter 1% |

Geeignete Frühwarnsysteme sind noch nicht ausgereift und da sie während eines Gewitters in wenigen Minuten entstehen und unberechenbare Haken schlagen, sind sie nur schwer vorhersagbar. Tornadoforscher wollen diesem Problem entgegenwirken und arbeiten mit einem so genannten Doppel-Radar, mit welchem die Windgeschwindigkeit, der Luftdruck gemessen werden und sogar beobachtet werden kann, wie sich der Luftstrudel im Inneren der Wolke entsteht. Auch die “storm chaser” (Sturmjäger), die fasziniert von den Gewittern und den Tornados diesen quer durchs Land auf Schritt und Tritt folgen, tragen viel zum Wissen über Tornados bei. Der einzige Schutz für die Bevölkerung sind Schutzräume im Keller oder außerhalb des Hauses unter der Erde.
Quellen:
http://www.unwetter.de/pages/nauft.php
http://www.fys-online.de/wissen/geo/naturkatastrophen.htm#natur
http://www.wetterspiegel.de/de/lexikon/6-62.html
http://www.wellermanns.de/Gerhard/Gesellschaftslehre/wirbelstuerme.htm#Tornados
http://www.schulen-riggisberg.ch/sek/pdf/ssa_hurrikan_tina.pdf
Veröffentlicht von Rebecca



