Nach dem Referat von Rebecca will ich noch einmal die Bevölkerungsentwicklung der Erde und verschiedene Modelle des demografischen Übergangs aufzeigen.

Historische Bevölkerungsentwicklung

In den 40000 Jahren vor Christus hielten sich die Geburten- und Sterberaten das Gleichgewicht, wenn man diese über längere Zeiträume betrachtet. Es gab natürlich bereits in dieser Zeit Phasen mit Geburtenüberschüssen, aber auch welche mit Sterbeüberschüssen (Krankheiten, Seuchen,…). In den später folgenden, bäuerlichen Gesellschaften bekamen und bekommen Frauen fünf bis acht Kinder, wobei in vormodernen Zeiten nur die Hälfte die Kindheit und Jugend überlebten. Dadurch war sowohl die Geburtenrate als auch die Sterberate hoch. Klein hingegen blieb das jährliche Bevölkerungswachstum, wenn überhaupt eines vorhanden war: zwischen 10000 v.Chr. -1750 n.Chr. betrug es rund 0,2% pro Jahr. Daraufhin folgte dann in Europa der Übergang von vormodernen zu modernen demografischen Verhältnissen.

Heute besteht ein globales Ungleichgewicht zwischen Sterblichkeit und der Fruchtbarkeit bzw. den Geburten. Ende des 20. Jahrhunderts starben pro Tag ca. 150000 Menschen, während 365000 Kinder das Licht der Welt erblickten (im Jahr: 134 Mio. Neugeborene, 54 Mio. Verstorbene). Im Jahr 2000 resultierte daraus ein globaler Bevölkerungszuwachs von ca. 80 Mio. Menschen.

Trotzdem gibt es gerade in Industrieländern (seit 1970er Jahren Fertilität unter dem Niveau von 2 Kindern pro Frau), wie zum Beispiel in Deutschland, einen Rückgang vor allem der einheimischen Bevölkerung, der meist durch Zuwanderung noch etwas relativiert werden kann. Einziges Industrieland mit einem nennenswertem, natürlichem Wachstum der Bevölkerung sind die USA. Dieser Übergang der Bevölkerung vom Agrarstaat (mit hohem Geburten- und Sterberaten) zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft (mit geringen Geburten- und Sterberaten) wird mit Hilfe des Modells des demografischen Übergangs zu erklären versucht. Die Probleme dabei hat uns ja Rebecca schon nähergebracht. Darum will ich hier nicht auf diese eingehen.

Modelle des demografischen Übergangs

Generell ist zu sagen, dass die Transition immer mit einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit begann, wobei hier die”rohe Sterberate” gemeint ist und nicht der Tod durch irgendwelche Kriege oder Ähnlichem. Später folgte dann der Rückgang der Fruchtbarkeit bzw. der Geburten (”rohe Geburtenrate” sinkt).

  • 5-Phasen-Modell (ca. 1970; bedeutendstes Modell):

5-phasen-modell.png

Dieses Modell wurde uns auch von Rebecca schon erklärt. Hinzufügen will ich nur, dass die Generalisierung des Modells sehr problematisch ist, da es zwar großenteils auf Europa und Nordamerika zutrifft, aber eben nicht auf Entwicklungsländer. In Europa kam durch die Industrialisierung der Übergang “von selbst” in Gang, während in den Entwicklungsländer Mittel aus den Industriestaaten diesen starteten und letztlich beschleunigten, denn ein Bevölkerungswachstum von 1,5-3% wurde in Europa und Nordamerika nie erreicht. Daraus ist auch ersichtlich, dass in Entwicklungsländern der Übergang viel später begann (20.Jh.) als in den Industrie- und Dienstleistungsstaaten (18. oder im Laufe des 19. Jahrhunderts), wobei hier bereits wieder Unterschiede auftreten.

  • 4-Phasen-Modell (ursprüngliches Modell):

4-phasen-modell.png

  • Phase I: schwankende, ähnliche Geburten- und Sterberaten und kein wesentliches Bevölkerungswachstum
  • Phase II: Sterberate sinkt bei gleichbleibender Geburtenrate und es entsteht ein Geburtenüberschuss
  • Phase III: Geburtenrate sinkt rascher als Sterberate und Geburtenüberschuss nimmt ab
  • Phase VI: Geburten- und Sterberate liegen eng beieinander und kein wesentliches Bevölkerungswachstum bei niedrigem demografischem Umsatz
  • Geburtenrate kann in letzter Phase auch Sterberate überlappen und Bevölkerung nimmt ab
  • Variables Modell (1980er Jahre):
  • variables-modell.png

    Da der demografische Übergang in der Dauer und der Ausprägung der “Bevölkerungsschere” in den verschiedenen Ländern unterschiedlich verlaufen und verlaufen sind, wurde ein neues Modell entwickelt. Dieses beinhaltet verschiedene Kurven der Geburtenrate (g1, g2, g3) und der Sterberate (s1, s2, s3), die verschiedene Übergänge klassifizieren. Da in Frankreich der Rückgang von Sterbe- und Geburtenrate fast gleichzeitig erfolgte und kein starkes Bevölkerungswachstum zustande kam, gehören hier die Kurven s1 und g1 dazu. In Deutschland liegen die Kurven schon weiter auseinander (s2 und g2). In Entwicklungsländern kann der Verlauf der Kurven nur den am weitesten auseinanderliegenden Kurven s3 und g3 entsprechen (Entwicklungshilfe,… führt zu schnellen Verbesserung der Hygiene,…).

    Kritik:

    • kulturspezifisch (auf Westen aufbauend)
    • Entwicklung nicht abgeschlossen (nirgends Stabilisation der Entwicklung)
    • geringer Prognosewert (Geburtenrate sinkt irgendwann nach Sterberate)

    Quellen:

    1. Raczkowsky, Bernd (2001): Lexikon Erdkunde. Geografische Fachbegriffe. STARK-Verlag. Freising.
    2. Bananer: Demografischer Übergang. http://de.wikipedia.org/wiki/Demografischer_%C3%9Cbergang, letzte Änderung am 29.11.06 um 21:49 Uhr.
    3. Münz, Rainer; Ulrich, Ralf: Demographischer Übergang: Theorie und Praxis. www.berlin-institut.org/pdfs/Muenz_Ulrich_Demografischer%20Uebergang.pdf-, entnommen am 2.12.06 um 14:00 Uhr.

    Veröffentlicht von Markus