Angelehnt an Tobis’ Referat über die Marktwirtschaft in Russland und den strukturellen Wandel in diesem Land, möchte ich in diesem Artikel noch genauer auf die Oranisationsformen ehemaliger sowjetischer Industrie eingehen.

In Anbetracht dieses Themas muss man es in zwei Formen unterteilen: Kombinate und die sogenannten TPK (Territoriale Produktionskomplexe):

Kombinate

… waren horizontal und vertikal integrierte Konzerne in der SU und anderen Staaten mit Zentralverwaltungswirtschaft.

… waren zwar räumlich getrennte, aber organisatorisch verbundene Industriebetriebe, die sich gegenseitig ergänzten.

… wurden meist vom größten Betrieb im Verbund geleitet. Außerdem dienten Kombinate zu einer Verstärkung der Rationalisierung. In einem solchen Bundwaren Produktion, Forschung, Entwicklung und Absatz eines Produkts zusammengeschlossen.

… waren, wie bei einem Prototyp in der SU, zum Beispiel durch die Eisenbahn verknüpfte Kohleabbau- und Erzabbaubetriebe, wodurch an beiden Standorten dann Hüttenwerke errichtet werden konnten.

… tauschten somit die jeweils am anderen Standort und am eigenen vorhandenen Waren/Rohstoffe aus (Kohle aus Kusnezk mit Eisenerz aus dem Südural).

… wurden später auf eine größere Zahl von Betrieben und Standorten ausgeweitet.

Territorialer Produktionskomplex (TPK)

Seit den 60er Jahren ist man anstatt von Kombinaten mit verhältnismäßig wenig Betrieben zu umfassenderen Einheiten übergegangen und hat die sog. TPK erschaffen, u.a. auch als staatl. Planungskonzept um klar umgrenzte Räume zu erschließen.

Benötigte Eigenschaften für die Errichtung eines TPK:

  • Ausreichende Engergievorräte.
  • Bodenschätze, welche abbauwürdig sind.
  • Ansiedelung von Arbeitskräften, welche aus der Umgebung ernährt werden. Dafür wurden ganze Städte in Plattenbauweise errichtet, welche dann junge Leute aus der ganzen SU beherrbergte.
  • Erschlossener bzw. gut zu erschließender Raum in Hinsicht von Infrastruktur
  • Untersuchungen zur Eigung und Planung des Raums mit dem Augenmerk nicht nur auf die industrielle Zukunft wie bei den Kombinaten, sondern auch auf die Infrastruktur und Städtebau.
  • Das Ziel eines TPK war es, neben dem industriellen Gesichtspunkt zur Produktion von Waren/Konsumgütern, auch ein Gebiet entweder neu zu erschließen, es zu modernisieren oder einen unterentwickelten Raum zu fördern.

Von den in der SU 21 ansässigen TPKs hatte jeder seine eigene, spezielle Aufgabe in der Gesamtwirtschaft zu erledigen. Jene Industriekomplexe waren immer jeweils aufeinander angewiesen.

Quellen:

  • Internetpublikationen:
  1. http://de.wikipedia.org/wiki/TPK
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat
  • Dichtel, Hermann (2005): Geographie - Vorbereitung auf das Abitur Geographie, MANZ Verlag, 14. Auflage, Seite 131-133.

Veröffentlicht von Muf