Ausgehend von Tobias’ Referat “Russlands Marktwirtschaft - Ein Land im strukturellen Wandel” habe ich mit dem Begriff “MIK” , der Veränderung der Rüstungsindustrie und dessen Folgen beschäftigt, welche unter anderem die erste Phase des Transformationsprozesses in Russland prägen.

MIK & Rüstungsindustrie
Der MIK (militärisch - industrieller Komplex) ist ein Ausdruck für die enge Zusammenarbeit und den gegenseitigen Beziehungen zwischen Militär, Staat und Industrie. Oftmals werden ehemalige Generäle oder Offiziere in der Rüstungsindustrie als Berater oder in der Leitung tätig, um bei der Entwicklung neuartiger Waffensysteme mit ihrer Erfahrung weiterzuhelfen.
Die Rüstungsindustrie, die während des Kalten Krieges ein ¼ der Staatsausgaben der Sowjetunion als Subventionen erhielt, war beispielsweise im Bereich der Waffen-, Raumfahrt- und kommunikationstechnologischen Industrie tätig.
Zur Zeit des Kalten Krieges mit den USA war der Umfang des militärisch - industriellen Komplexes und somit auch der der Rüstungsindustrie enorm. Jedoch versuchte die SU genaue Angaben über den MIK stets möglichst geheim zu halten.
Die Waffenfabriken und Forschungseinrichtungen des MIK waren zwar einerseits weit über das ganze Land zerstreut, konzentrierten sich aber andererseits jeweils wieder in wenigen Regionen und Städten.

Das Ende des Kalten Krieges
Durch die eingeleiteten Abrüstungsgespräche und schließlich durch das Ende des Kalten Krieges 1990 erlitt der MIK einen starken Rückgang.
So ging die Beschäftigtenzahl in den Rüstungsbetrieben sowie der dazugehörigen Forschung und Entwicklung von 10 Mio. auf heute 2 Mio. zurück.
Ebenso schrumpfte die Anzahl der Betriebe von 2000 auf 1600.
Somit ist auch nicht verwunderlich, dass die gesamte Produktion stark abgenommen hat. 1998 produzierte man verglichen mit 1990 nur noch 20%, in einzelnen Bereichen sogar noch weniger.
Dieser geringe Teil, den man noch produziert, wird jedoch nicht für Russland selbst, sondern vor allem für den Export verwendet. Der MIK und sein Überleben ist somit völlig vom Exporterlös abhängig, er stellt aber auch gleichzeitig eine der wenigen russischen Wirtschaftssektoren dar, die ihre Produkte auf dem Weltmarkt relativ erfolgreich verkaufen können.

Konversion
Eine weitere Folge der Friedensverhandlung und Abrüstungsgesprächen mit den USA war, dass eine Umstellung der Rüstungsindustrie erforderlich wurde.
Statt der Produktion von militärischen Gütern ging man zur Herstellung ziviler Konsum- und Verbrauchsgüter über, wie zum Beispiel Kühlschränke, Fotoapparate oder Lebensmittel … Dieses Vorgehen bezeichnet man als Konversion.
Dieses Programm bereitet aber viele Probleme, da die Verwirklichung sehr schwer fällt. Beispielsweise stellt der Mangel an qualifizierten Fachkräften ein erhebliches Hindernis dar.
Der militärisch – industrielle Komplex stellt aber nicht nur ein russisches Phänomen dar, sondern ist auf der auf der ganzen Welt anzutreffen. Besonders in den USA hat die Rüstungsindustrie in der Wirtschaftswelt schon immer eine wichtige Rolle gespielt, und wurde ( und wird ) deshalb durch hohe Subventionen tatkräftig unterstützt.

Quellen:

http://www.swp-berlin.org/common/get_document.php?id=841

http://www.cpw-online.de/lemmata/militaerisch-industrieller_komplex.htm

http://www.netstudien.de/Russland/kuzyk.htm

Kreus, Arno; von der Ruhren, Norbert (2002): Fundamente Kursthemen. USA/Kanada, Russland/ Nachfolgestaaten des Sowjetunion. Klett-Perthes. Gotha und Stuttgart.

Veröffentlicht von Margit