Mit der Suche nach Pfeffer und Gold hatte die Kolonisierung der Welt begonnen, doch bald fanden sich mehr Güter, die in Europa mit Gewinn verkauft werden konnten.

Baumwolle - das “weiße Gold”

Schon seit mehreren tausend Jahren kleidet sich der Mensch mit Textilien aus Baumwolle. Baumwollkapseln und Stoffe aus der Zeit um 5800 v.Chr. wurden in Mexiko entdeckt. In Europa wurde Baumwolle schon von den Arabern und Sarazenen um 1000 n.Chr. verbreitet, doch sie spielte lange neben Leinen und Wolle eine unbedeutende Rolle.Im 17. bis 18. Jahrhundert begann dieser Kulturbau in Nordamerikas sogenannten alten Baumwollstaaten: Florida, Carolina, Louisiana und Georgia. Anfangs mussten die Fasern per Hand vom Samen getrennt werden, auf diese Weise erntete ein Arbeiter am Tag max. 600 g entkörnte Baumwollfasern. Der Aufschwung wurde erst mit der Erfindung der Spinnmaschine (Spinning Jennny 1764), des mechanischen Webstuhls (1785) und der Entkörnungsmaschine (Cotton Grin 1792) eingeleitet. Jedoch bestand das Problem darin, dass die Maschine nicht zwischen guter und weniger guter Baumwolle unterscheiden konnte, obwohl sie billiger und mehr als Menschenhände (Leistung wie 1000 Arbeiter) produzierte. Aufgrund dieser Tatsache erhielt das Handpflücken, durch welches nur die reifen weissen Faserbüschel geerntet wurden, einen Qualitätsvorsprung.

Baumwolle trug auch einen Teil zur Industrialisierung Europas bei. Im Gegensatz zu Gewürzen, die in den europäischen Ländern zu Monopolpreisen verkauft wurden, hatte die Produktion von Baumwolle den Zweck der Lieferung von billigem Rohstoff für die Textilindustrie. Mit einem Anteil von 80 % beherrschte Baumwolle um 1900 den Weltmarkt ; es lag eine Produktion von nahezu 4 Millionen Tonnen vor. Der heutige Anteil, mit einer Produktion von 14 bis 15 Millionen Tonnen, liegt bei ca. 50 %.

Sklaven - das “schwarze Gold”

Mit der Entdeckung der neuen Kontinente Amerika und Afrika entstand der berüchtige “Dreieckshandel”, der sich als sehr gewinnbringend erwies, weil bei ihm die Schiffe auf allen Routen voll ausgelastet waren. Aus Europa wurden Metallgegenstände (z.B. Flinten), Tuch und Alkohol nach Westafrika gebracht und dort gegen Sklaven getauscht. Diese wurden nach Amerika (Karibik) verfrachtet, von dort wiederum gingen Plantagenprodukte (z.B. Zucker, Rum, Baumwolle, Kaffee,Tabak,…) und Bodenschätze zurück nach Europa.

Ein kleines Beipiel: Barbados eine der Haupt-Zuckerinseln

1637: Gründung der ersten Zuckerplantage

1645: Arbeit von bereits 4.000 Negersklaven für 7.000 Weisse

1675: Arbeit von 32.000 Schwarzen für 21.000 Weisse

Selbstverständlich konnten so große Sklavenzahlen nur mit brutalster Gewalt niedergehalten werden. Aufstände wurden mit grausamsten Strafen geahndet. Um 1700 entsprach der Preis eines Sklaven dem Gegenwert von einer Tonne Zucker. Schon ab 1680 hatte sich der “Dreieckshandel” zwischen Europa, Afrika und der Karibik gut eingespielt - der Handel mit den Negersklaven wurde zum guten Geschäft. Die hohe Profitrate war auch darin begründet, dass viele Sklaven bei der Überfahrt ums Leben kamen - immerhin erreichten nur zwei von drei Schiffen ihren Zielort, jedes dritte ging damals aufgrund von Stürmen, Piraten oder kriegerischen Auseinandersetzungen verloren.


Quellen:

www.wirtschaft.bos-muenchen.de/hsweyhof/kapitel4.htm

www.consequent.org/consequent/materialkunde/baumwolle.htm

Ulrike Müller-Kaspar.1000 Jahre Europäische Geschichte. Das 17. Jahrhundert.Tosa Verlag. Wien. 2001

Veröffentlicht von Maria