Nach anhaltenden Massenproteste gegen eine Verschärfung der Einwanderer-Gesetze gingen hunderttausende Menschen am Montag, den 10. April 2006, im Rahmen eines “Nationalen Aktionstags für Einwanderer-Rechte” auf Großdemonstrationen und fordern das Bleiberecht für die rund 11 Millionen illegalen Einwanderer. Das Ausmaß der Demonstrationen erinnert an die Bürgerrechtsbewegungen der Afroamerikaner vor mehr als drei Jahrzehnten und an die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg. In New York versammelten sich nach Angaben der Organisatoren hunderttausende Demonstranten und verwandelten den Broadway in ein Meer aus amerikanischen und ausländischen Fahnen.

Die Menschen verlangen vom US-Kongress eine Lösung im Streit über die Reform des Eiinwanderungsgesetzes. Demokraten und Republikaner konnten sich jedoch noch nicht auf ein Kompromisspapier einigen. Demnach wären illegalen Einwanderern, die mindestens 5 Jahre in den USA leben die Staatsbürgerschaft innerhalb von 6 Jahren eingeräumt worden. Dafür müssten sie jedoch Englisch lernen sowie eine Geldstrafe begleichen und Steuern nachbezahlen. Ähnlich kontrovers diskutiert ist auch ein sogenanntes Gastarbeiter-Programm, welches mehr als 300.000 Gastarbeitern pro Jahr einen befristeten legalen Aufenthalt sichern würde.

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Am 1. Mai haben zahlreiche Einwanderer-Organisationen den Tag als Landesweiten Boykott-Tag erklärt, um an den Erfolgen der unerwartet großen Einwanderungsdemonstrationen von vor Ostern anzuknüpfen. Jedoch war am Morgen des sogenannten “Tages ohne Immigranten” nicht absehbar welche Auswirkungen der Tag in den USA haben würde. Illegale Immigranten sollten ihre Arbeit niederlegen und ihre Kinder von der Schule fernhalten. Dadurch sollte den Amerikanern die Bedeutung der schätzungsweise 11-12 Millionen illegalen Immigranten für ihr Wirtschaftsleben bewusst werden! In New york sollen mehrere hunderttausende Menschen am Mittag eine Menschenkette durch alle 5 Stadtteile gebildet haben.

Da viele Lateinamerikaner in Fleischfabriken arbeiten, ein Job der als sehr hart gilt und sehr schlecht bezahlt ist, schlossen zahlreiche Betriebe der amerikanischen Fleischindustrie vorsorglich. “Amerika ist absolut angewiesen auf die harte Arbeit und das Einkommen Arbeitnehmer” sagt der Soziologe Stephen Klineberg. Nach Einschätzungen des Pew Hispanic Centers, einem Washingtoner Institut für Immigration, stellen Immigranten bis zu 5% der Arbeitskräfte! Sie verrichten meist harte, schlecht bezahlte Arbeit, die für einen Durchschnittsamerikaner zu nieder wäre.

Die Auswirkungen des Boykott-Tages auf die amerikanische Wirtschaft dürfte eher gering sein, wohingegen die politischen Folgen noch nicht absehbar sind! Der Fraktionsvize der Republikaner im Repräsentantenhaus Roy Blunt sagt, dass die Bilder der Einwandererdemonstrationen die Haltung der Basis verstärkt habe, dass die Regierung verstärkt und entschlossen gegen illegale Immigration vorgehen muss. Bill Richardson, der demokratische Governor von New Mexico, befürchtet, dass der Aufstand die Aufmerksamkeit von der eigentlich wichtigen politischen Aufgabe ablenken werde, “und das ist eine umfassende Reform der Gesetzgebung”. Der Republikaner Arnold Schwarzenegger sagt, dass ein Boykott allen Beteiligten schade! Schüler werden vom Bürgermeister von Los Angeles dazu aufgerufen, dem Boykottaufruf nicht zu folgen und in den Klassen zu bleiben.

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Der Boykottaufruf war auch zwischen den diversen Einwanderer-Organisationen nicht unumstritten. Eine heftige Kontroverse gab es ebenfalls über den Latini-Star Olga Tano die eine spanischsprachige Version der amerikanischen Nationalhymne auf. Diese “Nuestro Himno” (Unsere Hymne) soll nach Angaben der Initiatoren und der beteiligten Musiker, den illegalen Immigranten in den USA im Kampf für eine Legalisierung ihres Status den Rücken stärken. Präsident George w. Bush ist gegen eine Variante im Latino-Sound, Aussenministerin Condoleeza Rice hingegen dafür.

Quellen:

Internetpublikationen:

http://www.euronewsnet/create_html.php?page=detail_info&article=353402&lng=3

http://www.n-tv.de/655242.html

Zeitungsaufsätze:

Süddeutsche Zeitung, 02.05.2006: Reymer Klüver: “Migranten legen Arbeit nieder”

Veröffentlicht von Mona