Entstanden ist die Feuerökologie erst in den 70er Jahren. Sie beschäftigt sich mit der natürlichen Rolle von Feuer in den Vegetationszonen, sowie mit den unterschiedlichen Aspekten der anthropogenen Nutzung von Feuer. Weiteres Schwerpunktthema der letzten Jahren ist auch die Frage, inwiefern die bei Bränden frei werdenden Emissionen Auswirkungen auf das Klima haben.
Erwiesenermaßen brennen die Wälder der Erde in regelmäßigen Abständen seit mehr als 300 Millionen Jahren, meist aufgrund von Blitzeinschlägen. Daran haben sich die Pflanzen in den betreffenden Gebieten im Laufe von Jahrmillionen angepasst, indem sie eine gewisse Feuerresistenz oder eine besonders hohe Regenerationsfähigkeit entwickelten. Der Mensch macht sich Feuer mittlerweile seit etwa 1,5 Millionen Jahre zu Nutze, beispielsweise zum Kochen, zur Jagd oder in der Landwirtschaft.
Die tropischen und subtropischen Savannen werden in einem ein- bis dreijährigen Abstand von den Einheimischen “überbrannt”, hauptsächlich für die Wild- und Haustierwirtschaft. In welcher Regelmäßigkeit die Savannen brennen richtet sich nach der Produktion von Biomasse. Bei hoher Biomassenproduktion bildet sich rasch eine hohe Schicht von abgestorbenem Gras, dass leicht entzündlich ist und eine geeigntete Grundlage für großflächige Brände darstellt. Im Vergleich zu diesen von Menschen verursachten Feuern verlieren natürliche Brände zunehmend an Bedeutung.
Charakteristisch für den tropischen Regenwald ist die Brandrodung im Rahmen des Wanderfeldbaus. Hierbei besteht jedoch die Gefahr von unkontrollierten Flächenbränden in Trockenzeiten.
Die Trocken- und Halbtrockenwälder der wechselfeuchten Tropen und Subtropen werfen während der Trockenzeit ihr Laub ab und bilden so, ähnlich wie in den Savannen, eine leicht entzündliche Auflage.
Auch im mediterranen Raum bilden Brände keine Ausnahme. Hier bildeten sich Buschland (z.B. Macchie/Garrigue am Mittelmeer) sowie feuerselektierende Eichen- und Kiefernwälder. Die Ursachen für den größten Teil der Brände sind jedoch nicht natürlich, sondern beruhen zumeist auf Brandstiftung oder Fahrlässigkeit.
In Mittel- und Nordeuropa wird seit den 60er Jahren Landwirtschaft ohne Feuer betrieben, was dazu geführt hat, dass manche Naturräume auf dem Rückzug sind. Mittlerweile wird verstärkt untersucht, ob ein kontrollierter Einsatz von Feuer dies verhindern könnte.
Besonders häufig brennt es in der Borealen Zone. Während in Sibirien meistens Bodenfeuer ausbrechen, die zwar die niedrige Vegetation, aber nur einen Teil der Bäume verbrennen, kommt es in Nordamerika vorwiegend zu Vollfeuern, die die Kiefern- und Fichtenwälder vollständig zerstören.
Bei Bränden werden je nach Art (”heißes” Feuer, Schwelbrand) beispielsweise Kohlendioxid, -monoxid, Methan, Wasserstoff und Aerosole frei. Mit der steigenden Anzahl anthropogen verursachter Brände, wächst natürlich auch der Einfluss der Emissionen auf unser Klima, also auf den Treibhauseffekt und sauren Regen beispielsweise. Ein weiteres Problem ist die hohe Konzentration von Rauchpartikeln in der Atmosphäre, die zu Wolken-Kondensationskernen werden. Hieraus ergibt sich entweder eine starke Quellbewölkung, die die Sonneneinstrahlung zurück ins Weltall reflektieren kann und somit einen Temperaturabsturz zur Folge hat, oder der Wasserdampf verteilt sich auf so viele Kondensationskerne, dass das jeweilige Gewicht sehr niedrig ist und nicht zum Abregnen führt.
Quelle: http://www.forst.uni-freiburg.de/feueroekologie/feuerd.htm