Geothermie in Decin
Da wir vor einigen Stunden das Kyoto-Protokoll behandelt haben, möchte ich ein Beispiel für ein sogenanntes Joint Implementation (JI)-Projekt vorstellen. Diese JI-Projekte werden in Transformationsländern durchgeführt.
In diesem Beispiel geht es um die Stadt Decin in Tschechien nördlich von Prag. Ziel dieses Projektes ist die Minderung von CO2-Emissionen des zentralen Fernwärmesystems durch den Einsatz erneuerbarer Energien (Geothermie) und durch einen Brennstoffwechsel. Das Projekt wird von Thermo Decin, einer Tochter der MVV Energie CZ, durchgeführt. Die Kosten von insgesamt 16,8 Mio. € werden zu 40% aus Eigenkapital und zu 50% aus kommerziellen Krediten gedeckt. Subventioniert wird das Projekt vom tschechischen Umweltfonds und von der dänischen Regierung (ca. 1,16 Mio. €). Durch die Veränderungen können jährlich bis zu 25 000 t CO2 eingespart werden. Bis zum Ende des Projekts wird mit einer Emissionsreduzierung von ca. 500 000 t CO2 gerechnet. Die eingesparten Emissionen werden an den Prototype Carbon Fund (PCF) der Weltbank verkauft. Letztlich sollen die Heizkosten für den Endverbraucher, also die Privathaushalte, reduziert werden.
In Tschechien, das 2001 das Kyoto-Protokoll ratifiziert hat, gibt es zurzeit etwa 70 JI-Projekte.
