Vegetation im mediterranen Raum
Für die Pflanzen der mediterranen Subtropen ist es sehr wichtig, dass sie sich an die dortige Sommertrockenheit anpassen, da sie sonst nicht überleben könnten. Eine Möglichkeit die Trockenzeit zu überbrücken hat die immergrüne Hartlaubvegetation gefunden (Hartlaubigkeit = Sklerophyllie).
Die Zellwände und die Kutikula der Blätter sind verdickt und auch die Außenwände sind extra verstärkt, sodass die Blätter nicht welken. Außerdem haben Hartlaubgewächse die Möglichkeit die Spaltöffnungen der Blätter zu schließen und somit die Wasserabgabe zu reduzieren. Durch eine erhöhte Zellsaftkonzentration ist ihre Saugkraft höher und sie können auch noch aus sehr trockenem Boden Wasser aufnehmen. Hartlaubige Xerophyten (= an Trockenheit angepasste Pflanzen) sind z. B. Buchs- und Ölbaum.
Neben den Hartlaubgewächsen gibt es auch noch die Weichlaubgewächse (= Malakophyten), die auch während der Trockenzeit transpirieren. Um diese Phase trotzdem zu überstehen, reduzieren sie ihre Blätter; ihre Blätter verwelken bis kurz vor dem Absterben und die Pflanze überlebt die Trockenzeit nur in einer halbwelken Phase. Weitere Mittel zum Schutz gegen die Transpiration sind z. B. besonders kleine Blätter, ein Wachsüberzug, starke Behaarung oder auch ätherische Öle als Isolierung wie z. B. bei Thymian und Lavendel.
Wenn der mediterrane Raum nicht so stark vom Menschen beeinflusst gewesen wäre, gäbe es in der gesamten Zone Waldwuchs (z. B. halbimmergrüner Eichenwald, Lorbeerwald, Ufer –und Auenwald, Pinienwald usw.).
Tatsächlich findet man jedoch im mediterranen Raum nur Strauch- (Macchie) und Zwergstrauchformationen (Garrigue).
Macchie sind immergrüne dichte Buschwälder, Hartlaubgebüsche oder Großgebüschformationen, die wenige Meter hoch sind. Garrigue sind immergrüne Strauch- und Zwergstrauchformationen von ein bis zwei Metern Höhe, häufig auf humusarmen Böden zu finden.
Auch viele Pflanzen, die man heute als typisch für den mediterranen Raum ansieht, wie z. B. die Agave, wurden vom Menschen eingeführt.
Durch den Eingriff des Menschen (Holzwirtschaft, Beweidung) wurde die Vegetation immer mehr degradiert. Nachdem der natürliche Waldwuchs bereits vernichtet wurde, kann es bei der Zerstörung der Garrigue zu Felsheiden und Trockenrasenformationen kommen, da der Boden durch Erosion so flachgründig ist, dass er höherwüchsigen Pflanzen keine Grundlage und keinen Halt mehr bieten kann. Als letzte Degradierung treten Felstriften auf, die völlig unbewachsen und durch Erosion geschädigt sind. Wenn dort überhaupt noch Pflanzen zu finden sind, dann sind das Arten mit Dornen, Stacheln, Behaarung oder giftigen Inhaltsstoffen, die von den Weidetieren nicht abgegrast wurden.
Quelle: www.geog.uni-hannover.de
