Archiv für Montag, 27. März 2006

Montag, 27. März 2006, gegen Abend - Unterricht - aktuell

Feuerökologie

Entstanden ist die Feuerökologie erst in den 70er Jahren. Sie beschäftigt sich mit der natürlichen Rolle von Feuer in den Vegetationszonen, sowie mit den unterschiedlichen Aspekten der anthropogenen Nutzung von Feuer. Weiteres Schwerpunktthema der letzten Jahren ist auch die Frage, inwiefern die bei Bränden frei werdenden Emissionen Auswirkungen auf das Klima haben.

Erwiesenermaßen brennen die Wälder der Erde in regelmäßigen Abständen seit mehr als 300 Millionen Jahren, meist aufgrund von Blitzeinschlägen. Daran haben sich die Pflanzen in den betreffenden Gebieten im Laufe von Jahrmillionen angepasst, indem sie eine gewisse Feuerresistenz oder eine besonders hohe Regenerationsfähigkeit entwickelten. Der Mensch macht sich Feuer mittlerweile seit etwa 1,5 Millionen Jahre zu Nutze, beispielsweise zum Kochen, zur Jagd oder in der Landwirtschaft.

Die tropischen und subtropischen Savannen werden in einem ein- bis dreijährigen Abstand von den Einheimischen “überbrannt”, hauptsächlich für die Wild- und Haustierwirtschaft. In welcher Regelmäßigkeit die Savannen brennen richtet sich nach der Produktion von Biomasse. Bei hoher Biomassenproduktion bildet sich rasch eine hohe Schicht von abgestorbenem Gras, dass leicht entzündlich ist und eine geeigntete Grundlage für großflächige Brände darstellt. Im Vergleich zu diesen von Menschen verursachten Feuern verlieren natürliche Brände zunehmend an Bedeutung.

Charakteristisch für den tropischen Regenwald ist die Brandrodung im Rahmen des Wanderfeldbaus. Hierbei besteht jedoch die Gefahr von unkontrollierten Flächenbränden in Trockenzeiten.

Die Trocken- und Halbtrockenwälder der wechselfeuchten Tropen und Subtropen werfen während der Trockenzeit ihr Laub ab und bilden so, ähnlich wie in den Savannen, eine leicht entzündliche Auflage.

Auch im mediterranen Raum bilden Brände keine Ausnahme. Hier bildeten sich Buschland (z.B. Macchie/Garrigue am Mittelmeer) sowie feuerselektierende Eichen- und Kiefernwälder. Die Ursachen für den größten Teil der Brände sind jedoch nicht natürlich, sondern beruhen zumeist auf Brandstiftung oder Fahrlässigkeit.

In Mittel- und Nordeuropa wird seit den 60er Jahren Landwirtschaft ohne Feuer betrieben, was dazu geführt hat, dass manche Naturräume auf dem Rückzug sind. Mittlerweile wird verstärkt untersucht, ob ein kontrollierter Einsatz von Feuer dies verhindern könnte.

Besonders häufig brennt es in der Borealen Zone. Während in Sibirien meistens Bodenfeuer ausbrechen, die zwar die niedrige Vegetation, aber nur einen Teil der Bäume verbrennen, kommt es in Nordamerika vorwiegend zu Vollfeuern, die die Kiefern- und Fichtenwälder vollständig zerstören.

Bei Bränden werden je nach Art (”heißes” Feuer, Schwelbrand) beispielsweise Kohlendioxid, -monoxid, Methan, Wasserstoff und Aerosole frei. Mit der steigenden Anzahl anthropogen verursachter Brände, wächst natürlich auch der Einfluss der Emissionen auf unser Klima, also auf den Treibhauseffekt und sauren Regen beispielsweise. Ein weiteres Problem ist die hohe Konzentration von Rauchpartikeln in der Atmosphäre, die zu Wolken-Kondensationskernen werden. Hieraus ergibt sich entweder eine starke Quellbewölkung, die die Sonneneinstrahlung zurück ins Weltall reflektieren kann und somit einen Temperaturabsturz zur Folge hat, oder der Wasserdampf verteilt sich auf so viele Kondensationskerne, dass das jeweilige Gewicht sehr niedrig ist und nicht zum Abregnen führt.

Quelle: http://www.forst.uni-freiburg.de/feueroekologie/feuerd.htm

veröffentlicht von Stefanie
Montag, 27. März 2006, später Nachmittag - Unterricht - aktuell

Forstwirtschaft in den borealen Wäldern

Der so genannte boreale Waldgürtel erstreckt sich um den Nordpol herum zwischen den Mittelbreiten und der subpolaren Zone und kommt auch nur auf der Nordhalbkugel vor. Unterschieden wird zwischen der Taiga, was die borealen Wälder Asiens bezeichnet, und den borealen Wäldern Nordamerikas. Grob gesagt beginnt die boreale Zone dort, wo die Winter zu lang und die Sommer zu kurz für Hartholz-Laubbäume werden. Es wäre jedoch falsch, jetzt von einem einheitlichen Klima in dieser Zone auszugehen. Aufgrund dessen, dass sie um den Erdball herum reicht, muss man auch von unterschiedlichen Klimaten ausgehen. Einerseits gibt es das kalt-ozeanische Klima, das aufgrund seines maritimen Einflusses auch nur eine relativ geringe Temperaturamplitude aufweist, und zum anderen gibt es noch das kalt-kontinentale Klima, in dem es zu einer extrem hohen Amplitude kommen kann. Hier können die Temperaturen im Winter auf bis zu -70°C sinken und trotzdem im Sommer auf bis zu +30°C steigen. Diese Dimensionen können wir uns als Mitteleuropäer kaum vorstellen, wenn man bedenkt, wie wir schon bei -15°C frieren. Durch diese zumeist eisigen Temperaturen, die noch dazu über 6 Monate andauern, herrschen natürlich auch schlechte Bedingungen für die Nutzung des Landes vor. Hauptsächlich schuld daran sind die schlechten Böden: Vor allem Permafrostböden und Podsolböden herrschen hier vor. Da die Posole sehr nährstoffarm und sauer sind, kommen nur weniger Pflanzen mit diesem Bodentyp zurecht. Zusammen mit dem kalten Klima wird es für die meisten Pflanzen noch schwieriger, hier zu überleben. Nadelbäume jedoch kommen mit diesen Umweltbedingungen gut zu Rande, wodurch sie in den borealen Wäldern eindeutig vorherrschen. Jedoch sind die Nadelbäume in der borealen Zone etwas schmächtiger als in unseren Breiten, d.h. sie werden nur etwa einen halben Meter dick und sind insgesamt auch ca. 20 cm kleiner als bei uns. Allerdings hat das auch Vorteile, nämlich für die holzverarbeitende Industrie: Da die Landwirtschaft in dieser Zone eher unwichtig ist, sind die Menschen vor allem auf das Schlagen von Holz angewiesen, um zu Geld zu kommen. Dies ist leider in den letzten Jahrzehnten zu einem enormen Raubbau ausgeartet, der mit dem im tropischen Regenwald vergleichbar ist, jedoch nicht in dem gleichen Maße wie dort von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wird. So werden zum Beispiel riesige Waldstücke an große internationale Firmen verkauft, die dann systematisch alles abholzen. Denn was die meisten Leute nicht wissen: der Papier- und Schnittholzbedarf der Welt wird heute zu 90% von den Wäldern der Taiga gedeckt! Das Ausmaß dieser Zahl wird einem bewusst, wenn man bedenkt, dass zum einen die forstliche Flächenleistung im Vergleich zu der Gesamtfläche der Taiga als gering gilt, und zum anderen auch Waldbrände den Baumbestand immer wieder eindämmen und verjüngen. Vor allem Kiefernwäler sind in der Taiga vorherrschend. Das liegt daran, dass die Kiefern vorzugsweise auf Brandflächen keimen und darum auch die Bäume in den Kiefernwäldern alle gleich alt sind. Zwischen ihnen keimen zwar auch Fichten, aber trotzdem bleibt der Bestand der Fichten gering, da die Kiefern eine Lebensdauer von ungefähr 100 bis 150 Jahren haben und es wahrscheinlich ist, dass innerhalb dieser Zeit ein erneuter Waldbrand in diesem Gebiet ausbricht. Falls das der Fall ist, so muss man zwischen zwei Arten von Bränden unterscheiden: Zum einen gibt es die Kronenbrände und zum anderen die Streubrände, die den älteren Kiefern nichts ausmachen, da sie durch ihre dicke Borke geschützt sind und „nur“ die dazwischen stehenden Fichten, sowie der Unterwuchs vernichtet werden. Diese zwei Typen von Waldbrand gibt es auch in den borealen Wäldern Nordamerikas. Hier entstehen die Streubrände dadurch, dass es in der Sommerzeit extrem viele Gewitter gibt. Somit passiert es oft, dass durch einen Blitzeinschlag die Streu am Boden entzündet wird, da sie durch die vorangegangene Sommerzeit sehr trocken geworden ist. Auch die Kronenbrände kommen vor allem im Sommer vor, ausgelöst durch die enorme Hitze. Das führt in der Regel dazu, dass in dem Brandgebiet der komplette Baumbestand vernichtet wird, was natürlich verheerende folgen für den Holzschlag hat. 

Somit bleibt also an dieser Stelle zu sagen, dass die boreale Zone aus wirtschaftlicher Sicht außer dem risikoreichen Holzschlag (für Erträge, aber auch für die Umwelt) alles andere als optimal ist, zumal auch die Bodenschätze, vor allem im Sibirischen Teil der borealen Zone nicht ausreichend genutzt werden können, da die Bodenbeschaffenheit einen Abbau nur unter enormen finanziellen Aufwendungen zulässt.

Quelle: www.payer.de/cifor/cif0210.htm

veröffentlicht von JuliaH