Archiv für Montag, 20. März 2006

Montag, 20. März 2006, früher Abend - Unterricht - aktuell

Landnutzung in den mediterranen Subtropen

Die mediterranen Subtropen, auch winterfeuchte Subtropen genannt, liegen auf der Nord- und Südhalbkugel etwa zwischen 30° und 40° geographischer Breite. Die größte zusammenhängende Fläche liegt im Mittelmeerraum. Darüber hinaus gibt es noch Gebiete an der Südküste Australiens und in Nordafrika.
Mehrere Faktoren beeinflussen die Landnutzung in dieser Zone. Das Klima ist geprägt durch milde, feuchte Winter und heiße, trockene Sommermonate. Die mediterranen Böden sind trocken und rot bis rotbraun.
Unter diesen Voraussetzungen gibt es folgende vorherrschende Formen der Landnutzung:
- zunächst die Dauerkulturen (Sonderkulturen), wie Wein, Ölbäume, die Kennzeichen der mediterranen Subtropen sind, sowie Citrusfrüchte und andere Obstsorten,
- dann die Bewässerungskulturen, wie Feldgemüse aber auch Reis und Baumwolle,
- darüber hinaus winterlicher Regenfeldbau mit Weizen als Hauptanbaupflanze und anderen geeigneten Getreidesorten, wie zum Beispiel Gerste (im Sommer werden dort dann Sonnenblumen angebaut) und
- zuletzt Weidewirtschaft mit Rindern und Schafen (v. a. in Bergländern; traditionell in Form einer Transhumanz).
Problematisch für die Landnutzung in dieser Zone wirken sich v. a. Erosion und Dürre in den Sommermonaten aufgrund unregelmäßig fallender Niederschläge aus.

Quellen: Fortbildungseinheit Landschaftsökologie, Diercke Weltatlas

      veröffentlicht von David
      Montag, 20. März 2006, früher Abend - Unterricht - aktuell

      Linktipps zum Thema Ökozonen

      In diesen Materialien der TU Berlin zur Lehrveranstaltung “Vegetationsökologie trockener und warmer Klimate” werden auch einführende, allgemeine Informationen zu Ökozonen und vieles mehr angeboten.

      Die University of California in Berkeley stellt hier Material über die Biome unseres Planeten zur Verfügung (englisch).

      via Geographie Infothek (Klett-Verlag); dort gibt es auch die bekannten Infoblätter zu den Ökozonen der Erde.

      veröffentlicht von A. Gohlke
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      Ergänzungen zur borealen Landschaftszone

      Die boreale Zone beginnt dort, wo weniger als 120 Tage im Jahr eine Tagesmitteltemperatur von über 10°C erreichen. Die kalte Jahreszeit dauert dort länger als sechs Monate. Nach Norden kann man die boreale Zone von dem Bereich abgrenzen, wo es nur noch ungefähr 30 Tage gibt, die eine mittlere Temperatur haben die höher als 10°C liegt und der Winter bereits acht Monate dauert.

      In der borealen Zone ist es bis auf meist zu kalt für Laubbäume, weshalb der boreale Nadelwald (früher auch Taiga genannt) der vorherrschende Pflanzentypus ist. Jedoch kann man nicht von einem einheitlichen Klima in dieser Zone reden, sondern muss unterscheiden zwischen einem kalt-ozeanischen Klima, in dessen jahreszeitlichem Temperaturverlauf die Amplitude geringer ist  und einem kalt-kontinentalen Klima, wo die Temperaturamplitude im extremsten Fall durchaus 100°C (+30°C bis –70°C) betragen kann. Auch werden die Temperaturen nach Süden hin etwas wärmer.

      Dies alles wirkt sich natürlich auf die gesamte Vegetation (= Zonobiom) dieser Ökozone aus: Man kann innerhalb von ihr vier große Unterzonen unterscheiden, die von Norden nach Süden verlaufen und jeweils eine eigene Vegetation (Subzonobiome) haben: In eine Nördlich-boreale, eine Mittel-boreale, eine Südlich-boreale und eine Boreo-nemorale Zone. Erstere steht noch stärker unter dem kaltausgleichenden ozeanischen Einfluss, wohingegen in der letzteren Unterzone extrem kontinentale Klimabedingungen herrschen.

      Desweiteren ist für die Vegetation der Permafrostboden von Bedeutung, da er für eine zusätzlich verkürzte Vegetationszeit, wenig Wurzelraum und Bodennässe (Staunässe) verantwortlich ist. Die Vegetation in der borealen Zone ist deshalb allgemein locker bestockt und artenarm und hat eine ausgeprägte Krautschicht mit Zwergsträuchern, Moosen und Flechten.

      Der vorherrschende Pflanzentyp ist - wie schon erwähnt - der boreale Nadelwald. Dieser wächst sehr langsam (15-20 mal langsamer als der tropische Regenwald) und ist daher gegenüber anthropogenen Eingriffe besonders empfindlich. Das Gebiet dieses Waldes bedeckt in Nordeurasien eine Fläche von 7,17 Mio. km² und ist damit das größte zusammenhängende Waldgebiet der Erde. Den auf Gebirgen wachsenden Nadelwald nennt man Gebirgsnadelwald. Laubwälder (v.a. Birken) kommen vor allem im westlichen und östlichen Teil der Nördlich-borealen Zone vor, die stark vom ausgleichenden ozeanischen Einfluss geprägt ist. Auch allgemein an Südhängen, wo es aufgrund des spitzeren Einstrahlungswinkel der Sonnenstrahlen wärmer ist, und an Flussauen, welche feuchter und basenreicher sind, wächst Laubwald. Ebenso verhält es sich, je weiter man südlich kommt; hier wachsen dann aufgrund der zunehmenden Temperaturen ebenfalls Mischwälder mit Laubbäumen.

      Es gibt in der borealen Zone auch viele Feuchtgebiete (ca. 2 558 000 qkm oder 11.0% davon). Es kommt dort zu großer Moorbildung, die aufgrund ihres Torfs vom Menschen wirtschaftlich genutzt werden (Torfstechen). Auch bewirkt das kalte Klima eine starke Verlangsamung der organischen Zersetzung, wodurch eine breite Schicht aus Rohhumus und Torf entsteht, letzterer hat einen wichtigen Wirtschaftszweig angekurbelt, so werden in Russland 22 Mio. Tonnen des Materials abgebaut und entweder als Heizmaterial oder auch anderweitig für die Landwirtschaft oder für Gärtnereien verwendet.

      [Zonobiom = Organismengemeinschaft, die innerhalb eines geographischen Großlebensraumes auftritt.]

      Abb.: Aufbau des borealen Nadelwaldes(www.payer.de)
      Abb.: Aufbau des borealen Nadelwaldes (www.payer.de)

      veröffentlicht von woivää