Die Sonderwirtschaftszone Pudong (Shanghai)
Bei der Bearbeitung der Station „Shanghai“ im Rahmen unserer Stationenarbeit in der letzten Woche wurde mir sehr schnell klar, dass Shanghai zwar wirtschaftlich seit jeher bedeutsam war, allerdings erst die Ernennung Pudongs zur Sonderwirtschaftszone zur Entwicklung Shanghais zum Wirtschafts- Handels- und Finanzzentrum Chinas beitrug. In meinem Artikel möchte ich euch die Entstehung und die landesweite Bedeutung dieser „Wirtschaftssonderzonen“ am Beispiel Pudongs näher bringen:
Der 18. April 1990 stellt ein besonderes Datum in der jüngsten Geschichte Shanghais dar. An genau diesem Tag verkündete der damalige Ministerpräsident Chinas, Li Peng, stolz, dass die chinesische Regierung beschlossen habe, das Neuland Pudong am Rande der Stadt, welches bis dato lediglich Brachland war, wirtschaftlich zu erschließen. Diese Entwicklungszone sollte Shanghai mit einer Art Lokomotivfunktion ausstatten, um die wirtschaftliche Entwicklung der Küstengebiete im Nordosten Chinas und entlang des Flusses Jangtse ebenfalls zu beschleunigen. Das innerhalb kürzester Zeit bis auf die siebenfache seiner Ausgangsfläche angewachsene Staatsgebiet Pudong (522 qkm) spricht durch wirtschaftliche und steuerliche Vergünstigungen vor allem ausländische Investoren aus der ganzen Welt an. Durch die Investitionsbereitschaft von Firmen wie Intel, Sony, General Motors, Volkswagen und Anderen kann die Wirtschaftskraft Shanghais gesteigert und die Infrastruktur der Umgebung –erneut zugunsten eines Investitionsanreizes- laufend verbessert und ausgebaut werden. So verfügt Pudong heute über ein umfassendes Verkehrsnetz, welches beispielsweise im 1999 erbauten Flughafen Shanghai Pudong International Ausdruck findet.
Man wagt sogar zu behaupten, dass die wirtschaftliche Entwicklung Shanghais innerhalb eines Jahrzehnts mit der 100-jährigen Entwicklung New Yorks gleichzusetzen ist. Seit im Jahr 2001 Pudong als Tagungsort für den APEC-Gipfel erstmals die Aufmerksamkeit aus aller Welt auf sich richtete, entwickelte sich die Region tatsächlich mit einer enormen Geschwindigkeit. Staatsbesuche aus aller Welt (bisher über 200) und internationale Veranstaltungen wie die Zusage für die Weltausstellung im Jahr 2010 sind keine Seltenheit mehr für den Stadtteil Shanghais, der einen jährlichen BIP-Zuwachs von zum Teil über 16% aufweist und damit für die Stadt und China unverzichtbar geworden ist: Pudong ist längst nicht mehr nur ein Projekt. Es verkörpert den Fortschritt der Gesellschaft landesweit. Die Ansiedlung von hochrangigen Schulen und Universitäten erhöht das Bildungsniveau, schafft „Chinas Wunderkinder“ (Zitat New York Times) und bringt für das ganze Land hochqualifizierte Fachkräfte hervor. Auch in die kulturelle Entwicklung des Lebensumfeldes werden Teile der jährlichen Finanzeinnahmen investiert.
Die Zukunft von Shanghai scheint also nicht zuletzt wegen des neuen High-Tech Viertels Pudong auf wirtschaftlicher Basis gesichert und die im Lernzirkel auftauchende Bezeichnung Shanghais als „Drachenkopf Chinas“ bestätigt sich offensichtlich.
Quelle: DAKS Deutsch-Chinesiche Entwicklungsgesellschaft mbH,
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