Archiv für Januar 2006

Freitag, 20. Januar 2006, später Nachmittag - Unterricht - aktuell

Russland – ein Entwicklungsland neuen Typs?

Ist zwar nicht unser Thema, fands aber trotzdem interessant…

“Seit zwanzig Jahren befindet sich Russland in der Krise. Von Europa wird es als kranker Mann der Globalisierung wahrgenommen.

Wie seinerzeit Oswald Spengler vom „Untergang des Abendlandes“ sprechen manche Leute in und außerhalb Russlands heute gern vom „Untergang Russlands“, wobei unklar bleibt, was damit gemeint ist: das sowjetische Russland, das zaristische, das gegenwärtige – oder überhaupt Russland? Ich möchte dem die Beobachtung entgegensetzen, dass in Russland neue Kräfte entstehen, dass die russische Krise als Wachstumskrise zu verstehen ist und Russland die Chance hat, zum Impulsgeber von Veränderungen in der Wirtschaft und Gesellschaft zu werden, die über die aktuelle Krisenbewältigung in Russland und auch über Russland hinaus Bedeutung haben.”

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veröffentlicht von Bruno
Freitag, 20. Januar 2006, nachmittags - Unterricht - aktuell

Arbeitsplatzeffekte durch Tourismus in Entwicklungsländern

Der verstärkte Tourismus in EL hat Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Einkommen.

Zu Beginn eines Tourismusansturms werden Arbeitskräfte in der Baubranche gebraucht, zum Beispiel zum Aufbau eines Verkehrsnetzes oder zum Hotelbau. Erst später werden dann Arbeitsplätze im Versorgungsbereich frei, beispielsweise im Hotelservice,in Reisebüros oder im Handel. Qualifizierte Tätgkeiten werden in der Anfangsphase vor allem durch höher bezahlte aber ausgebildete ausländische Fachkräfte ausgeführt.
Der Fremdenverkehr in EL teilt sich in zwei Bereiche auf, den formellen und den informellen Bereich. Letzterer ist gekennzeichnet v.a. durch Dienstleistungsangebote. Die Aktivitäten sind nicht angemeldet. Schätzungen zu Folge arbeiten ca. 50% der in Entwicklungsländern im Tourismusbereich Tätigen im informellen Sektor. Allerdings ist der informelle Bereich auf dem Rückzug. Einige wechseln in halblegale oder illegale Bereiche wie Prostitution oder Drogenhandel, andere in den formellen Sektor.

Wenn mehr Touristen ins Land kommen steigen die Einnahmen und Rentabilität, es folgen genauere Kontrollen und die Verdrängung des informellen Sektors.
Eine weitere Folge des Tourismus ist die Belebung des Kunsthandels (Souvenirs), was die Erschließung eines neuen Beschäftigungszweiges bedeutet. Vor allem für Frauen bietet diese Branche eine Berufschance. Negative Folgen sind jedoch Kinderarbeit und Gewinnabschöpfung durch Zwischenhändler.

Quelle: Büttner, Müller, Raab (2000): Abiturwissen Erdkunde. Entwicklungsländer. Freising.

veröffentlicht von David
Dienstag, 17. Januar 2006, gegen Abend - Exkursionen

Infos zum Vortrag an der LMU

Näheres zur Vorlesung “Chemie zwischen den Wolken – Von Ozonloch bis Klimawandel”, veranstaltet von der Geographischen Gesellschaft Münchens an der LMU (Termin: Donnerstag, 19.01.2006; 18:30 Uhr), kann man im Weblog des LK Erdkunde der K12 nachlesen.

veröffentlicht von A. Gohlke
Sonntag, 15. Januar 2006, später Vormittag - Unterricht - aktuell

Indiens Bedeutung in der Welt

Nach dem Ende des Kalten Krieges baute Indien zu vielen Staaten, von denen es sich im Kalten Krieg distanziert hatte, gute Beziehungen auf. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ging es für Indien aufwärts. Indien liegt gemessen am Bruttoinlandsprodukt bereits an vierter Stelle in der Welt. Am Welthandel ist es allerdings noch kaum beteiligt, da es sich bie1991 abgeschottet hat. Im wissenschaftlichen und technologischen Bereich hat Indien ebenfalls große Fortschritte gemacht und ist international konkurrenzfähig. Da die Mittelschicht in Indien wächst bietet es einen für Deutschland und andere exportorientierte Nationen attraktiven Markt.
Auch im Hinblick auf die Außenpolitik haben Indien und Europa viele gemeinsame Interessen. Beide wollen gegen den Terrorismus kämpfen, den Frieden und die Stabilität sichern und sind gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Deutschland und Indien haben auch beide das Interesse an einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Was den Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag betrifft sind sie allerdings geteilter Meinung. Die EU fordert, dass Indien den Vertrag unterschreibt, Indien möchte aber nicht auf das eigene Nuklearwaffenprogramm verzichten und weigert sich. Trotz einiger Differenzen haben sich zwischen Indien und der EU stabile Beziehungen entwickelt. Seit 2002 gibt es einen jährlichen EU-Indien-Gipfel. Indien möchte mit der EU vor allem wirtschaftlich zusammenarbeiten, da Indien die EU außen- und sicherheitspolitisch als zu begrenzt handlungsfähig einschätzt. Langfristig gesehen hat Indien aber vor auch diesen Bereich nicht ganz auszuklammern.
Mit Deutschland hat Indien schon länger gute Beziehungen. Seit 1992 gibt es eine Deutsch-Indische Beratergruppe, die jährlich tagt und Vorschläge für die weitere Ausgestaltung der Beziehung macht. Seit 2001 arbeiten Indien und Deutschland auch sicherheitspolitisch mehr zusammen.
Da Indien in der Welt immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird es auch für die EU und Deutschland als Partner immer attraktiver. Indien ist somit auf dem Weg nach oben.

Quelle: http://www.weltpolitik.net/

veröffentlicht von Bettina
Samstag, 14. Januar 2006, nachmittags - Unterricht - aktuell

Java und die Peripherie - regionale Konflikte in Indonesien

Nachdem Melli in ihrem Referat im Zusammenhang mit dem Transmigrasiprojekt in Indonesien von der sogenannten „Javanisierung“ gesprochen hat, einer Überfremdung der einheimischen Bevölkerung auf den indonesischen Außeninseln, möchte ich in diesem Artikel etwas genauer die Hintergründe für diesen „ideologischen Graben“ zwischen Java und der Peripherie und die daraus resultierenden Konflikte beleuchten:

Indonesien scheint auf den ersten Blick eine relativ ungeordnete Ansammlung von unzähligen großen und kleinen, besiedelten und unbesiedelten Inseln irgendwo zwischen Asien und Australien darzustellen. Beschäftigt man sich allerdings etwas genauer mit dem Inselarchipel, wird man erfahren, dass in der indonesischen Staatsphilosophie aber Begriffe wie „Einheit“ und „Geschlossenheit“ von ganz zentraler Bedeutung sind. So fasst der indonesische Wappenvogel beispielsweise ein Banner mit den Worten „Bhinneka Tunggal Ika“ - „Einheit in der Vielfalt“.

Diese betonte Gemeinschaftlichkeit ist geschichtlich zu begründen: Um sich nach dem zweiten Weltkrieg von der Kolonialmacht, den Niederländern, loszueisen und die eigene Unabhängigkeit zu erreichen, galt es für das Inselreich als eine Nation aufzutreten. Auch das Grundgesetz Indonesiens- als Provisorium gedacht- entstand in ständiger Furcht vor den Holländern unüberlegt, spontan und mit autoritären, zentralistischen Zügen: Java wurde der alleinige Anspruch auf Vertretung zugesprochen. 1949 errang Indonesien zwar dann tatsächlich seine Unabhängigkeit, aber die provisorische Verfassung blieb weitgehend unverändert erhalten. Zentralistische Strenge und ein straff organisiertes Militärregime unter Suhartos (1966-1998) verstärkten seither die wirtschaftlichen und ideologischen Disparitäten zwischen Java und den umliegenden Außeninseln der Peripherie.

Durch das staatlich geförderte Umsiedlungsprojekt „Transmigrasi“ verlagerte man bisher Millionen von Javanern auf die dünn besiedelten Außeninseln und kleidet ausschließlich sie in einflussreiche Militär- und Verwaltungsämter ein. Auch die erwirtschafteten Güter aus der Peripherie werden Java zugesprochen, wohingegen den Gebieten außerhalb Javas neben den eigenen Rohstoffen auch Finanzmittel internationaler Organisationen vorenthalten bleiben. Javanische Wertvorstellungen sowie politische, religiöse und kulturelle Anschauungen werden den Einheimischen dort gewaltsam aufgezwungen. Dass diese javanische Vorgehensweise Wut bei den ansässigen Einwohnern entfacht und regionale Konflikte schürt, ist offensichtlich. Der so harmlos klingende Begriff der Javanisierung steht also in der Realität für eine radikale „Gleichschaltung und Bevormundung aus Jakarta“.

Quelle: www.weltpolitik.net

veröffentlicht von JuliaB
Samstag, 14. Januar 2006, Schlafenszeit - Unterricht - aktuell, Fundstücke

Jugendliche in Mega-Citys - ein Simulationsspiel

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (GTZ) hat ein Simulationsspiel zur Entwicklungshilfe programmiert und zum freien Download bereitgestellt. Dort heißt es zur näheren Erläuterung:

Sinn und Zweck dieses Simulationsspiels ist, die Komplexität von Interventionen in hochgradig vernetzten Sozialsystemen zu veranschaulichen. Gleichzeitig wird versucht aufzuzeigen, wie schwierig es ist, mit einem vorgegebenen Budget an Aktionspunkten ein Optimum bei der Zielerreichung zu realisieren.

Mitarbeitern der internationalen Entwicklungszusammen- arbeit kann die Simulation helfen, die Wechsel-, Rück-, Neben- und Fernwirkungen ihres Handelns besser zu verstehen.

Für “Außenstehende” mag der Reiz des Spieles darin bestehen, dass nicht nur die Beherrschung von Wirtschaftssimulationen, sondern auch die Beherrschung von hochkomplexen Sozialsimulationen systemorientiertes Denken und Handeln erfordert.

Das Spiel ist übrigens der bekannten Simulation ECOPOLICY hinsichtlich Aufbau und Funktionsweise zum Teil recht ähnlich.

Zur Nutzung benötigt man den sog. HERAKLIT-Player, den man hier downloaden kann. Desweiteren braucht man die Modell-Datei (Entwicklungshilfe_GTZ.mod) und die Szenariendatei (Entwicklungs- hilfe_GTZ.sze).
Beide Dateien können hier im Gesamtpaket abgerufen werden. (Beide Downloads müssen zunächst entpackt werden. Danach erfolgt die Installation des HERAKLIT-Players. Anschließend werden die Modell- bzw. Szenariendateien im Begrüßungsmenü des Players integriert.)

Viel Spass damit und gutes Gelingen!

veröffentlicht von A. Gohlke
Freitag, 13. Januar 2006, früher Abend - Facharbeit

Facharbeitsthemen im Überblick

Hier ein Überblick über eure Facharbeitsthemen:

  • Braunerden und Auenböden im Raum Dorfen: Entstehung und landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten (Dominik)
  • Die Entstehung des Reliefs im Raum Dorfen im Quartär (Bettina)
  • Berlin: Stadtentwicklung und Segregation in der Hauptstadt (Michael)
  • Der Flughafen München “Franz-Josef-Strauß” und seine Auswirkungen auf die Region (David)
  • Die nordamerikanische Stadt: Modell und Wirklichkeit dargestellt am Beispiel Los Angeles (Fabian)
  • Möglichkeiten und Grenzen des Simulationsspiels ecopolicy bei der Vermittlung geographischer Inhalte zum Thema Entwicklungsländer (Bruno)
  • Möglichkeiten und Grenzen der Veranschaulichung von geographischen Inhalten am Beispiel der Corioliskraft und des Passatkreislaufes (Wolfgang)
  • Therme Erding: Standortüberlegungen und regionale wirtschaftliche Auswirkungen anhand eines konkreten Beispiels aus dem tertiären Sektor (Maxie)
  • himolla - Polstermöbel: Standortüberlegungen und regionale wirtschaftliche Auswirkungen anhand eines konkreten Beispiels aus dem sekundären Sektor (Anja)
  • Die Deutschen werden immer weniger und älter: Ursachen, Auswirkungen und Lösungen (Tobias)
  • Dünnbesiedelte Gebiete in Skandinavien: Entstehung, Entleerung, Erhalt (Julia)
veröffentlicht von A. Gohlke