Metropolisierung

Eine Metropole ist eine Stadt, die die übrigen Städte ihres Landes an Wirtschaftskraft, politischer Bedeutung und natürlich auch an der Einwohnerzahl übersteigt. Eine Stadt wird meist als Metropole bezeichnet sobald ihre Einwohner die 5 Millionengrenze überschreiten. In Deutschland kann man keine wirkliche Metropole nennen, da sich statt Metropolen riesige Ballungsräume, wie zum Beispiel das Rhein-Ruhrgebiet, gebildet haben.

Als Prozess der Metropolisierung bezeichnet man die Vergrößerung des Abstands zwischen Metropole und ländlichem Raum. Je größer der Anteil der Bevölkerung ist, der in einer Metropole lebt, desto größer ist der sogenannte Metropolisierungsgrad.

In Europa und Nordamerika haben sich bereits im 20. Jahrhundert solche Mega-Städte gebildet, da man Industriebetriebe und auch Dienstleistungen auf einen Standort konzentrierte. In Lateinamerika, Afrika und Süd-Ost-Asien entstanden die Metropolen infolge der Kolonisation. Die Kolonialherren konzentrierten ihre Sitze meist auf Hauptstädte oder wichtige Hafenstädte, die schnell an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung zunahmen. Nach dem Rückzug der Kolonialherren nahm die Bevölkerung in den Städten durch Push- und Pull-Faktoren noch mehr zu, da sich die Menschen bessere Lebensbedingungen als auf dem Land erhofften.

Die Folgen der Metropolisierung sind sowohl für die Stadt selbst als auch für die Bewohner äußerst negativ. Den Zuwanderern stehen in den Städten meist keine Unterkünfte zur Verfügung und sie sind gezwungen sich in illegalen Hüttensiedlungen niederzulassen. Dort haben sie meist weder Wasser noch Strom, es gibt keine Schulen für ihre Kinder und die medizinische und hygienische Versorgung reicht nicht aus. Die Stadt selbst dehnt sich in ihrer Fläche immer mehr aus; die Folge sind die schnelle Verbreitung von Krankheiten, die Zunahme der Kriminalität und der Gewalt und natürlich die enorme Verkehrs- und Umweltbelastung. Außerdem lässt sich in Metropolen eine Trennung der sozialen Schichten beobachten. Mittel- und Oberschicht ziehen sich in Gated Communities zurück, wo Infrastruktur, medizinische Versorgung und Bildungsmöglichkeiten optimal sind. Den ärmeren Schichten hingegen ist meist nicht einmal die Grundversorgung gesichert.

Da das Geld der Kommunen nicht für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Hüttensiedlungen ausreicht und viele Energie- und Wasserversorgungsunternehmen privatisiert sind, bleiben die Slums abslout unterversorgt und die zuständigen Verwaltungen versuchen das Problem durch den Abriss der Slums zu lösen, was aber meist nur eine Verschiebung der Siedlung zur Folge hat.  Man möchte auch die Metropolisierung abschwächen, indem man versucht die Lebensbedingungen auf dem Land zu verbessern, um somit die Migrationen zu stoppen. Ein weiterer Lösungsansatz ist die Umleitung der Wanderer auf andere Mittel- und Kleinstädte, was sich aber oftmals als sehr aufwendig und unregulierbar zeigt.

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1 Kommentar zu “Metropolisierung”

  1. christine schreibt:

    könnten sie mir eine frage beantworten?
    marginalsiedlung: wie hoch ist der anteil der slumbewohner an der gesammtbevölkerunf ausgewählter millionenstädte ?
    ich hoffe sie können sie mir beantworten !

    mit freundlichen grüßen

    christine

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