Archiv für Samstag, 21. Januar 2006

Samstag, 21. Januar 2006, früher Abend - Unterricht - aktuell

Die deutsche Greencard

Sinn und Zweck der am 1. August 2000 in Kraft getretenen Greencardregelung war es, den akuten Mangel an IT-Spezialisten in Deutschland zu beheben. Da es sich hierbei um einen vorübergehenden Zustand handelte, wurden auch die Greencards, anders als beim Vorbild Amerika, auf maximal fünf Jahre befristet, jedoch mit der Option auf eine Verlängerung. Dies beinhaltet sowohl die Aufenthaltsgenehmigung (auch für Ehepartner und Kinder), als auch die Arbeitserlaubnis an sich, die sonst für Nicht-Europäer (mit Ausnahme der Schweiz) nur sehr schwer zu bekommen sind. Von diesem Angebot Gebrauch machen konnten jedoch nur IT-Spezialisten mit abgeschlossenem Studium oder - alternativ - mit einem angebotenen Arbeitsvertrag von über 51.000 Euro Jahresgehalt, wovon ungefähr 15% der Greencardbesitzer profitieren. Im ersten Jahr wurden beinahe 10.000 Greencards ausgeben, im zweiten geringfügig weniger.

Bei den Greencardbesitzern handelt es sich bei mehr als 20% um indische Staatsangehörige, gefolgt von Angehörigen der ehemaligen UdSSR und den baltischen Staaten mit rund 14 %.

Die Wirtschaft begrüßte diese Regelung weitgehend. Man erhoffte sich, durch die ausländischen Spezialisten eine Erweiterung des eigenen Know-hows und damit eine gesteigerte Konkurrenzfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmarkt. Von anderer Seite wurde dies jedoch angezweifelt und die Greencard-Regelung z. T. entschieden abgelehnt. Jürgen Rüttgers von der CDU beispielsweise startete eine Postkartenaktion gegen die “Computer-Inder” unter dem Motto “Kinder statt Inder”. Entstanden ist dieses Schlagwort übrigens in einem Interview mit Rüttgers bereits im Jahr 2000, bei dem er Folgendes sagte: “Statt Inder an die Computer… müssen unsere Kinder an die Computer”.

Quelle: Magnor, Matthias (2003): Die Greencard-Initiative in Deutschland bzw. wikipedia.de

veröffentlicht von Stefanie
Samstag, 21. Januar 2006, früher Abend - Unterricht - aktuell

Footloose Industries

In einem Referat über den Abbau regionaler Disparitäten durch Industrieansiedlung haben wir diese Woche erfahren, dass die Errichtung von Industrieparks in den Entwicklungsländern besonders geeignet für die Ansiedlung so genannter Footloose Industries ist. Doch was genau sind Footloose Industries?

Unter dem Begriff Footloose Industries versteht man „Industriebereiche, die in erster Linie nicht vom Vorhandensein von Rohstoffen abhängig sind“. Diese Vorraussetzung erfüllen zum Beispiel Kommunikations- und Informationstechnologien, da diese nicht an bestimmte Orte gebunden sind.

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum man in Anbetracht dieser Gesichtspunkte viel Geld aufwendet, um eine Region mit einem infrastrukturellen Netz auszustatten, wenn doch eigentlich diese Industrien an jedem Ort errichtet werden könnten!? Theoretisch wäre das auch möglich, aber abgesehen von der Abhängigkeit von Rohstoffen gibt es auch noch andere Standortfaktoren, die speziell für Footloose Industries wichtig sind. Hier sind zum Beispiel die Nähe zur Konkurrenz, die es im Auge zu behalten gilt, sowie die Nähe zu Zulieferern und dass das Unternehmen auch gut von diesen Zulieferern erreicht werden kann (Infrastrukur!) wichtig. Gerade für die IT-Branche ist es auch besonders wichtig, dass Facharbeiter und Ingenieure eng zusammenarbeiten und ein ständiger Austausch über die neuesten Innovationen stattfinden kann.

So erklärt sich auch, warum sich die Footloose Industries gerne in den geschaffenen Industrieparks ansiedeln und diese dadurch wachsen, neue Arbeitsplätze bieten und so enorm dazu beitragen, regionale Disparitäten zu mindern. Beispiele für den Erfolg solcher Industriezweige sind zum Beispiel Costa Rica, Mali und Bangladesch, da in allen diesen Ländern die Ansiedlung von IT-Firmen relativ schnell zu einem wirtschaftlichen Wachstum geführt hat. So ist zum Beispiel die Firma Siemens zu nennen, die seit 1965 u.a. in der Kommunikationstechnologie und der Medizinischen Technologie in Bangladesch vertreten ist. Insgesamt beschäftigt der Konzern dort 270 Mitarbeiter.

Quellen: www.zdnet.de, www.joejoe.de und www.siemens.com

veröffentlicht von JuliaH
Samstag, 21. Januar 2006, nach dem Mittagsessen - Unterricht - aktuell

Metropolisierung

Eine Metropole ist eine Stadt, die die übrigen Städte ihres Landes an Wirtschaftskraft, politischer Bedeutung und natürlich auch an der Einwohnerzahl übersteigt. Eine Stadt wird meist als Metropole bezeichnet sobald ihre Einwohner die 5 Millionengrenze überschreiten. In Deutschland kann man keine wirkliche Metropole nennen, da sich statt Metropolen riesige Ballungsräume, wie zum Beispiel das Rhein-Ruhrgebiet, gebildet haben.

Als Prozess der Metropolisierung bezeichnet man die Vergrößerung des Abstands zwischen Metropole und ländlichem Raum. Je größer der Anteil der Bevölkerung ist, der in einer Metropole lebt, desto größer ist der sogenannte Metropolisierungsgrad.

In Europa und Nordamerika haben sich bereits im 20. Jahrhundert solche Mega-Städte gebildet, da man Industriebetriebe und auch Dienstleistungen auf einen Standort konzentrierte. In Lateinamerika, Afrika und Süd-Ost-Asien entstanden die Metropolen infolge der Kolonisation. Die Kolonialherren konzentrierten ihre Sitze meist auf Hauptstädte oder wichtige Hafenstädte, die schnell an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung zunahmen. Nach dem Rückzug der Kolonialherren nahm die Bevölkerung in den Städten durch Push- und Pull-Faktoren noch mehr zu, da sich die Menschen bessere Lebensbedingungen als auf dem Land erhofften.

Die Folgen der Metropolisierung sind sowohl für die Stadt selbst als auch für die Bewohner äußerst negativ. Den Zuwanderern stehen in den Städten meist keine Unterkünfte zur Verfügung und sie sind gezwungen sich in illegalen Hüttensiedlungen niederzulassen. Dort haben sie meist weder Wasser noch Strom, es gibt keine Schulen für ihre Kinder und die medizinische und hygienische Versorgung reicht nicht aus. Die Stadt selbst dehnt sich in ihrer Fläche immer mehr aus; die Folge sind die schnelle Verbreitung von Krankheiten, die Zunahme der Kriminalität und der Gewalt und natürlich die enorme Verkehrs- und Umweltbelastung. Außerdem lässt sich in Metropolen eine Trennung der sozialen Schichten beobachten. Mittel- und Oberschicht ziehen sich in Gated Communities zurück, wo Infrastruktur, medizinische Versorgung und Bildungsmöglichkeiten optimal sind. Den ärmeren Schichten hingegen ist meist nicht einmal die Grundversorgung gesichert.

Da das Geld der Kommunen nicht für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Hüttensiedlungen ausreicht und viele Energie- und Wasserversorgungsunternehmen privatisiert sind, bleiben die Slums abslout unterversorgt und die zuständigen Verwaltungen versuchen das Problem durch den Abriss der Slums zu lösen, was aber meist nur eine Verschiebung der Siedlung zur Folge hat.  Man möchte auch die Metropolisierung abschwächen, indem man versucht die Lebensbedingungen auf dem Land zu verbessern, um somit die Migrationen zu stoppen. Ein weiterer Lösungsansatz ist die Umleitung der Wanderer auf andere Mittel- und Kleinstädte, was sich aber oftmals als sehr aufwendig und unregulierbar zeigt.

www.klett-verlag.de

veröffentlicht von Anja
Samstag, 21. Januar 2006, Mittagszeit - Geo-News

Kindheit in China - Fron der frühen Jahre

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Bildquelle: © Fritz Hoffmann/document China/Agentur focus

Zweijährige lernen rechnen, Dreijährige schreiben. Chinesische Eltern trimmen ihre Kleinkinder auf Hochleistung

Von Donata Elschenbroich

»Sitzt gut und gerade!«, ruft die junge Frau in rosa Uniform einer Gruppe von fünf Zweijährigen und ihren Müttern zu. »Wu Yu Ying möchte ich bitten: Wenn wir die Zahl Zwanzig und die Zahl Drei aus unseren Kärtchen aufnehmen, an welcher Stelle werden wir sie bei den Perlenschnüren ablegen?« Wu Yu tut, was sie tun soll, und zählt die Perlen ab. »Bravo, spendet Beifall für Wu Yu Ying!«, ruft die Erzieherin. Vier Zweijährige und fünf Mütter klatschen, und gleich werden alle Wu Yu Yings Namen an der Ehrentafel lesen.

In dem Privatkurs für Kleinkinder und ihre Mütter in Peking lösen Zweijährige anspruchsvolle mathematische Zuordnungsprobleme im Minutentakt. Dreijährige rechnen bis in die Zehner- und Hunderterreihen, sie widmen sich diffizilen feinmotorischen Aufgaben mit Essstäbchen und an Knopflöchern, sie lesen erste Schriftzeichen, rufen im Chor englische Slogans. Sie üben unbedingte Konzentration auf gestellte Aufgaben und zügiges Arbeiten. […] …weiterlesen

veröffentlicht von A. Gohlke