Wissensmacht Indien

Zu der am Montag, dem 14.11.2005, entstandenen Diskussion, ob Indien nun ein Entwicklungsstaat oder eher eine ernst zunehmende Konkurenz für die Industrieländer sei, möchte ich nun einige genauere Informationen liefern.

Nachdem sich Indien in Zukunftsbranchen wie der Bio-, Gen-, und Raumfahrttechnologie bereits Spitzenpositionen in der Welt etabliert hat, folgt die Entwicklung nun in anderen Branchen wie z. B. der Medizinbranche. Dies wird in diesem speziellen Beispiel durch die sehr gute Bildungsmöglichkeiten in Indien gewährleistet, sowie den billigeren Kosten in Indien für einen Operation, bei gleichem, hochwertigem Geräteeinsatz wie in den Industrieländern.
Somit wird Indien oftmals als “Krankenhaus der Welt” bezeichnet, denn auch die Zahl der Krankenhäuser nimmt extrem zu. So werden an dem Rand jeder Großstadt sogenannte “Medical Cities” gebaut.

Diesen wirtschaftlichen, extremen Aufschwung sollte man jedoch nicht nur als “Bedrohung” sehen, sondern Indien wächst dadurch zu einem immens wichtigen Markt heran. Um nun wieder auf die “Medical Cities” zurückzukehren: Siemens hofft nun darauf, eben diese mit Medizintechnik auszurüsten.
Jedoch wirkt dieser Aufschwung nicht auf ganz Indien: Millionen Leuten in den Elendsvierteln bleiben in ihrer schlechten Lage, denn wer nicht lesen und schreiben kann, der bekommt auch keine Chance aus dieser Miserie zu entkommen. Und, dass das nicht wenige Leute sind, zeigt sich allein schon in der Analphabetenrate Indiens, die eine der höchsten der Welt ist. Auch muss zum erfolgreichen, jobgarantierenden Studium zunächst das Geld vorhanden sein, um sich eben dieses leisten zu können. Bei dem Indian Institute of Information Technology muss man beispielsweise an die 1000 € pro Semester aufbringen, um dort studieren zu können.

Quelle: Der STERN; Nr.18 vom 25.04.2005

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