Archiv für November 2005

Dienstag, 29. November 2005, Schlafenszeit - Unterricht - aktuell

Tsunami- Katastrophe in Indonesien

Ausmaße in der Fischerei und der Landwirtschaft

Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass zwei Drittel der Fischer in der Provinzhauptstadt Banda Aceh getötet und 70% der Kleinschiffe zerstört worden sind. Die Fischerei wird dort nur langsam fortgesetzt, da viele Fischer noch mit den Reparaturen der kaputten Schiffe beschäftigt sind und noch immer ist die Angst vor einer 2. Katastrophe zu groß. Die ständig wachsende Konkurrenz durch industriell betrieben Fischerboote (überwiegend thailändische) machte den Kleinfischern zusätzlich das Fischerdasein schwer. Die Zerstörung der Mangrovenbäume entlang der Küste, durch die Anlegung von industriellen Fischteichen, hat negative Folgen auf das maritime Ökosystem und vernichtet zudem den natürlichen Schutz der Küste gegen hohe Wellen.

Im Landwirtschaftssektor ist dagegen ein nicht so hoher Schaden vorzufinden, dennoch waren ca. 40 000 Hektar bewässerte Reisfelder und viele Bewässerungskanäle betroffen. Die Provinz Aceh produzierte vor der Katastrophe genug Reis um 4 Millionen Menschen zu ernähren. Die Tsunami- Welle hat Abfälle über das Land verteilt und auch den Salzgehalt des Bodens erhöht. Die niedrigen Preise für die landwirtschaftlichen Produkte erschwerten den Kleinbauern eh schon die Lebensbedingungen, jetzt haben sie auch noch zu 30% des Landes keinen Zugang mehr.

Die Tsunami- Opfer benötigen vorerst Nahrungsmittelhilfe, Wiederaufbau- und Reparationshilfen. Noch wichtiger ist es aber, einerseits politische Maßnahmen zum Schutz der Kleinfischer zu ergreifen und andererseits die Preise der landwirtschaftlichen Produkte für die Kleinbauern zu sichern, um auch ein Überleben der Fischer und der Kleinbauern zu ermöglichen.

In Indonesien wurde Ende 2004 ein Überschuss von 6,3 Millionen Tonnen Reis geschätzt, deswegen verbot die Regierung den Import von Reis. Nach der Katastrophe (Anfang 2005) aber war dieser Vorrat schnell aufgebraucht und erst der Reis als Nahrungsmittelhilfe aus Ländern wie Thailand, Saudi- Arabien, USA und Dubai ermöglichte vielen Tsunami- Opfern das Überleben.

veröffentlicht von Sener
Sonntag, 27. November 2005, nachts - Unterricht - aktuell

Die Sahelzone

Das Wort Sahel kommt aus dem arabischen und bedeutet soviel wie Küste oder Ufer. Diese Begriffe bezeichnen das Gebiet der Sahelzone ziemlich treffend. Die Sahelzone liegt südlich der Sahara und trennt diese von der Feuchtsavanne. Ihre West-Ost-Ausdehnung beträgt rund 6.000km. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sie sich etwa 400km. Insgesamt umfasst sie eine Fläche von ca. 2,32 Millionen Quadratkilometer. Je nachdem, wieviel Niederschlag fällt, verschiebt sich die Sahelzone nach Norden oder Süden. In niederschlagsreichen Jahren verschiebt sich die Sahelzone nach Norden in die Sahara. In Jahren mit wenig Niederschlag verschiebt sich die Sahelzone nach Süden in Richtung des Äquators.Wenn man die Sahelzone länger beobachtet bemerkt man, dass sie immer weiter äquatorwärts wandert. Diese Verschiebung hängt eng mit der Klimaerwärmung zusammen und man erkennt an dieser Verschiebung, dass sich die Wüste immer weiter ausbreitet. In der Sahelzone wächst nur noch relativ karges Gras und Pflanzen der Dornstrauchsavanne. Zur Zeit leben dort etwa 50 Millionen Menschen. Die Bevölkerung ist meist arm und lebt von der Viehzucht.
In der Sahelzone kommt es seit den 70er Jahren immer wieder zu Dürreperioden. Diese kommen nicht von der Überweidung, sondern von der Erwärmung des Indischen Ozeans. Durch diese Erwärmung hat der Temperaturunterschied zwischen Land und Wasser abgenommen, wodurch der Monsun abgeschwächt wurde. dadurch wird die Niederschlagsmenge geringer und es kommt zu Dürren. Ob der Mensch an der Erwärmung des Indischen Ozeans schuld ist konnte noch nicht geklärt werden.

Quellen: www.od.shuttle.de/od/gym-bargteheide/erdkunde/2sahel.htm bzw. http://netzwerk-regenbogen.de/klima031013.html

veröffentlicht von Bettina
Montag, 21. November 2005, später Abend - Unterricht - aktuell

Filmindustrie in Bollywood

Nachdem klar geworden ist, dass einige Leute in unserem LK, darunter auch Herr Gohlke, noch nie was von Bollywood gehört hatten, mache es mir hier zur Aufgabe ihre Allgemeinbildung um ein Stück zu erweitern…

Allein der Name macht die Filmindustrie von "Bollywood" schon interessant, er setzt sich aus der Millionenstadt Bombay und dem Zentrum des amerikanischen Films Hollywood zusammen. Neben Bollywood gibt es in Indien noch andere Zentren des indischen Films, Tamil Nadu (Kollywood) und Andhra Pradesh (Tollywood).
Diese Bezeichnungen mögen lächerlich klingen, allerdings ist die indische Filmindustrie die am schnellsten wachsende der Welt und produziert weit mehr Filme als das amerikanische Hollywood.
Der Grund dafür, dass einige Leute hierzulande immernoch nichts von Bollywood gehört haben, ist die Art der Filme die dort produziert werden. In der Regel sind es familienfreundliche Filme über zwischenmenschliche Beziehungen mit vielen Tanzeinlagen und einer ausgeprägten Filmmusik, ähnlich westlichen Musicals. Typisch ist auch die klare Rollenverteilung zwischen Gut und Böse und ein Happy-End.

Es gibt keine Action- oder Horrorfilme aus Bollywood, was wahrscheinlich auch ein breiteres Publikum in Übersee erreichen würde, allerdings sind viele Bollywood-Produktionen vorallem in Großbritannien, nicht nur aufgrund der vielen asiatischen Immigraten, zu Kassenschlagern geworden.

Wer jetzt Lust bekommen hat sich der Faszination eines Indischen Films hinzugeben, am Freitag den 2. Dezember 2005, um 20.15 Uhr kommt der Film "Swades - Heimat" auf RTL II.

veröffentlicht von Bruno
Sonntag, 20. November 2005, gegen Abend - Unterricht - aktuell

Wissensmacht Indien

Zu der am Montag, dem 14.11.2005, entstandenen Diskussion, ob Indien nun ein Entwicklungsstaat oder eher eine ernst zunehmende Konkurenz für die Industrieländer sei, möchte ich nun einige genauere Informationen liefern.

Nachdem sich Indien in Zukunftsbranchen wie der Bio-, Gen-, und Raumfahrttechnologie bereits Spitzenpositionen in der Welt etabliert hat, folgt die Entwicklung nun in anderen Branchen wie z. B. der Medizinbranche. Dies wird in diesem speziellen Beispiel durch die sehr gute Bildungsmöglichkeiten in Indien gewährleistet, sowie den billigeren Kosten in Indien für einen Operation, bei gleichem, hochwertigem Geräteeinsatz wie in den Industrieländern.
Somit wird Indien oftmals als “Krankenhaus der Welt” bezeichnet, denn auch die Zahl der Krankenhäuser nimmt extrem zu. So werden an dem Rand jeder Großstadt sogenannte “Medical Cities” gebaut.

Diesen wirtschaftlichen, extremen Aufschwung sollte man jedoch nicht nur als “Bedrohung” sehen, sondern Indien wächst dadurch zu einem immens wichtigen Markt heran. Um nun wieder auf die “Medical Cities” zurückzukehren: Siemens hofft nun darauf, eben diese mit Medizintechnik auszurüsten.
Jedoch wirkt dieser Aufschwung nicht auf ganz Indien: Millionen Leuten in den Elendsvierteln bleiben in ihrer schlechten Lage, denn wer nicht lesen und schreiben kann, der bekommt auch keine Chance aus dieser Miserie zu entkommen. Und, dass das nicht wenige Leute sind, zeigt sich allein schon in der Analphabetenrate Indiens, die eine der höchsten der Welt ist. Auch muss zum erfolgreichen, jobgarantierenden Studium zunächst das Geld vorhanden sein, um sich eben dieses leisten zu können. Bei dem Indian Institute of Information Technology muss man beispielsweise an die 1000 € pro Semester aufbringen, um dort studieren zu können.

Quelle: Der STERN; Nr.18 vom 25.04.2005

veröffentlicht von Tobias
Sonntag, 13. November 2005, gegen Abend - Unterricht - aktuell

Vom Entwicklungsland zur Industrienation

Zum Thema des Referats “Theorien der Unterentwicklung u. Teufelskreis der Armut”, möchte ich mit Südkorea ein Land vorstellen, das sich aus dem “Teufelskreis” befreit hat und zu einem Industriestaat geworden ist.

In den 60ern gehört Südkorea mit einem BSP von 80 US-$ zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land wurde im Koreakrieg stark zerstört, zudem ist es sehr gebirgig, was ein wirtschaftshemmender Faktor ist. Des Weiteren ist der Staat übervölkert und hat nur wenig Rohstoffressourcen.
Deshalb entschließt sich die Regierung dazu, die Wirtschaftsstruktur zu ändern. Die Export/Growth Strategie zielt auf Industrialisierung und und Außenorientiertheit der Volkswirtschaft ab, zu Lasten niedriger Löhne und sozialer Disparitäten.

Der Aufschwung geht in mehreren Phasen vonstatten. Es wird sich zunächst auf Textil- und Nahrungsmittelindustrie konzentriert, da Kenntnisse vorhanden sind und die Produktion billig ist. Die Produkte werden preiswert auf dem Weltmarkt angeboten, v. a. Textilprodukte. Der Fortschritt macht neue Produktionsstätten und Infrastruktur nötig. Es werden Stahl und andere Grundstoffe importiert, und verstärkt auch auf Schwermetallindustrie umgestellt. Die erzeugten Produkte werden wiederum billig auf dem Weltmarkt verkauft.
In den 80ern wird der Aufbau einer modernen Investitionsgüterindustrie gefördert, die Elektrogeräte, Autos und Computer herstellt. Seit Mitte der 80er Jahre findet Südkorea einen hohen Absatzmarkt für High-Tech Produkte, v. a. in Nordamerika, aber auch in Europa. Es bleiben allerdings Probleme wie Arbeitslosigkeit sowie soziale Unruhen.

Quellen: Büttler, Kümmerle, Raab (2001): Abitur Wissen Erdkunde: Entwicklungsländer. Freising. Stark Verlag

veröffentlicht von David
Samstag, 12. November 2005, nach dem Mittagsessen - Unterricht - aktuell

Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan

Nachdem wir vergangene Woche in Bastis Referat von Konflikten im Sudan und in Ruanda erfahren haben und Herr Gohlke uns am Freitag auf die Problematik von Angola aufmerksam gemacht hat, möchte ich euch hiermit eine weitere „Krisenregion“, das weitgehend muslimische Gebiet  Kaschmir, näher bringen.

Als zwei Monate nach der Teilung Britisch- Indiens 1947 Kaschmir der Indischen Union zugesprochen wird, kommt es erstmals wegen beidseitigem Anspruch auf diese Region zu bewaffneten Konflikten zwischen Pakistan und Indien. Mit der Vermittlung eines Waffenstillstands durch die Vereinten Nationen erfolgt zwei Jahre später eine klare Trennung: Der größte Teil des Himalajas gehört fortan zu Indien („Jammu und Kaschmir“), den Nordwesten beansprucht Pakistan (freies Kaschmir).
Dennoch bleiben auch in den 60er Jahren Konflikte nicht aus, so sendet Pakistan 1965 mehrere Tausend Bewaffnete in den indischen Teil Kaschmirs und der Terrorismus ist entfacht, politisch von den Kaschmir-Nationalisten herbeigeschworen. Der bewaffnete Kampf wird von der JKLF (Jammu Kashmir Liberation Front) übernommen. Seither findet die Region keinen Frieden mehr. Zwar gelingt unter der Anleitung der UdSSR im folgenden Jahr ein Friedensschluss, wenig später sorgt jedoch die Entführung einer Passagiermaschine (Indian Airlines) von Indien nach Pakistan für erneute Unruhe ebenso wie die Aufwertung der Waffenstillstandslinie zur „Line of control“ weiteren Vernetzungen der Terrorgruppe JKLF nicht entgegenwirken kann.
Es folgen Jahrzehnte der Entführungen (z. B. die Tochter des indischen Innenministers), Erpressungen und erzwungenen Terroristenfreilassungen, Erschießungen, Kämpfen und Gründungen neuer Terrorgruppen, z. B. die in Pakistan abgesetzte Verbindung Jaish- i- Mohammed (JIM), die diverse Regionalparlamente (z. B. Neu- Delhi) stürzen, Zivilisten töten, Selbstmordattentate begehen und seit einigen Jahren höchste Alarmbereitschaft auf beiden Seiten auslösen.
2004 baut man in Indien deshalb einen 500 Kilometer langen Sperrwall, der ausländische Terroristen aus dem indischen Kaschmir fernhalten soll.

Im Sinne des Weltfriedens schalten sich in jüngster Zeit auch ausländische Staaten ein, um die Konflikte in Kaschmir zu unterbinden: Ariel Sharon besucht 2003 beispielsweise als erster israelischer Regierungschef Indien, außerdem versucht man dort das Verhältnis zu Südasien und der USA zu verbessern. „Druck von amerikanischer Seite“ und „vertrauensbildende Maßnahmen“ zwischen Indien und Pakistan wie Flug- und Zugverbindungen, gemeinsame Film- und Kulturprojekte oder die Austragung von Sportturnieren (indische Kricketnationalmannschaft in Pakistan) sind zwar eindeutige Friedensignale, dennoch kommt es immer wieder zu Unruhen, wie etwa im Mai 2004 als bei einem Bombenanschlag 33 Personen sterben.
Für die Zukunft sind also weiter große Bemühungen für eine friedliche Lösung des Grenzkonflikts nötig. 

Quelle: Spiegel Jahrbuch 2005. Zahlen. Daten. Analysen. Chronik des Kaschmir- Konflikts

veröffentlicht von JuliaB
Donnerstag, 10. November 2005, früher Abend - Unterricht - aktuell, Blogging(-hilfe)

LK-Blog auf FOCUS-Online

Beim Nachrichten-Magazin FOCUS wurde man nun auf unser Weblog aufmerksam. Ein online verfügbarer Artikel stellt vier ausgewählte Schul-Blogs vor. Und wir sind dabei! :-)

veröffentlicht von A. Gohlke