Tsunami- Katastrophe in Indonesien
Ausmaße in der Fischerei und der Landwirtschaft
Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass zwei Drittel der Fischer in der Provinzhauptstadt Banda Aceh getötet und 70% der Kleinschiffe zerstört worden sind. Die Fischerei wird dort nur langsam fortgesetzt, da viele Fischer noch mit den Reparaturen der kaputten Schiffe beschäftigt sind und noch immer ist die Angst vor einer 2. Katastrophe zu groß. Die ständig wachsende Konkurrenz durch industriell betrieben Fischerboote (überwiegend thailändische) machte den Kleinfischern zusätzlich das Fischerdasein schwer. Die Zerstörung der Mangrovenbäume entlang der Küste, durch die Anlegung von industriellen Fischteichen, hat negative Folgen auf das maritime Ökosystem und vernichtet zudem den natürlichen Schutz der Küste gegen hohe Wellen.
Im Landwirtschaftssektor ist dagegen ein nicht so hoher Schaden vorzufinden, dennoch waren ca. 40 000 Hektar bewässerte Reisfelder und viele Bewässerungskanäle betroffen. Die Provinz Aceh produzierte vor der Katastrophe genug Reis um 4 Millionen Menschen zu ernähren. Die Tsunami- Welle hat Abfälle über das Land verteilt und auch den Salzgehalt des Bodens erhöht. Die niedrigen Preise für die landwirtschaftlichen Produkte erschwerten den Kleinbauern eh schon die Lebensbedingungen, jetzt haben sie auch noch zu 30% des Landes keinen Zugang mehr.
Die Tsunami- Opfer benötigen vorerst Nahrungsmittelhilfe, Wiederaufbau- und Reparationshilfen. Noch wichtiger ist es aber, einerseits politische Maßnahmen zum Schutz der Kleinfischer zu ergreifen und andererseits die Preise der landwirtschaftlichen Produkte für die Kleinbauern zu sichern, um auch ein Überleben der Fischer und der Kleinbauern zu ermöglichen.
In Indonesien wurde Ende 2004 ein Überschuss von 6,3 Millionen Tonnen Reis geschätzt, deswegen verbot die Regierung den Import von Reis. Nach der Katastrophe (Anfang 2005) aber war dieser Vorrat schnell aufgebraucht und erst der Reis als Nahrungsmittelhilfe aus Ländern wie Thailand, Saudi- Arabien, USA und Dubai ermöglichte vielen Tsunami- Opfern das Überleben.

