Entwicklungsland Afghanistan
Nicht nur in Deutschland wurde am 18. September gewählt, sondern auch in Afghanistan fand zum ersten Mal in der Geschichte des Landes eine freie Parlamentswahl statt. Das ist ein weiterer Schritt in diesem extrem armen Land, der den noch jungen Frieden sichern soll.
Auch wenn der Krieg jetzt beendet ist, bleibt Afghanistan weiterhin ein Entwicklungsland. Man kann es zu den sog. Gewalt- bzw. Kriegsökonomien zählen.
Afghanistan ist geprägt vom Krieg und von den bürgerkriegsähnlichen Konflikten, die dort bis vor kurzem vorherrschten. Doch auch jetzt, nach dem Beginn des Friedens, sind große Teile des Landes unter Kontrolle konkurrierender, schwer bewaffneter und kampfbereiter Stammesfürsten, sogenannter Warlords. Sie sind die eigentlich Regierenden in den Provinzen, denn der Einfluss der Regierung beschränkt sich nur auf die Hauptstadt Kabul.
Die vielen bürgerkriegsähnlichen Konflikte führten außerdem zu erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen.
Es herrscht eine hohe Arbeitslosenquote vor, die Analphabetenrate liegt bei über 60 Prozent und die infrastrukturellen Verhältnisse sind katastrophal, insbesondere die Strom- und Wasserversorgung.
80 Prozent der Beschäftigten sind im primären Sektor tätig, wobei man Landwirtschaft mit Opiumanbau gleichsetzen kann. 60 Prozent des erwirtschafteten BIP kommen aus dem Drogenanbau, denn Afghanistan deckt ca. 90 Prozent des in der westlichen Welt konsumierten Heroins und Opiums ab.
Daraus resultierend sind Korruption und internationale Schattenwirtschaft in Afghanistan stark verbreitet.
Die Wahlen sind jedoch ein weiterer Schritt in die Zukunft, von der man sich Stabilität sowie bessere wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse erhofft.
Quellen: www.weltpolitik.net; www.zeit.de

25. September 2005 um 16:57
Vgl. dazu auch folgende Artikel in der ZEIT:
Ohne Mohn kein Lohn
und
Arme Bauern, reiche Ernte