Archiv für Juli 2005

Sonntag, 17. Juli 2005, nachmittags - Unterricht - aktuell

Chinas Geschichte

Da wir uns im Unterricht bisher noch nicht bzw. noch kaum mit Chinas Geschichte auseinender gesetzt haben, möchte ich hier einen groben Überblick geben.
Die ersten Anfänge des chinesischen Reiches sind auf das 18. Jahrhundert v. Chr. zurückzuführen und 800 Jahre später herschte die Zhou Dynastie rund 800 Jahre, also bis etwas 200 v. Chr.
Diese Zeit war zwar von politischen Divergenzen geprägt, jedoch war sie auch mit bekannten Persönlichkeiten wie Konfuzius und Laotse kulturgeschichtlich äußerst prägend.
Im Jahre 221 v. Chr. einigte sich das Land unter der Qin-Dynastie, von der sich auch der Name China ableitet, und das Land blieb auch in der darauffolgenden Han-Dynastie geeint, aber nach deren Regentschaft zerfiel China in mehrere Teile, die partiell fremdbeherscht wurden.
Etwa 700 Jahre später wurde das Land unter der Sui-Dynastie wieder vereint und erlebte in der darauffolgenden Tang Zeit eine außenpolitische Öffnung und eine kulturelle Blüte. Unter den Song Kaisern verlor das Land nichts von seiner kulturellen Blüte, allerdings wurde die außenpolitische Lage immer instabiler, was schließlich zum Verlust des nördlichen Teils des Reiches führte.
Nach etwa 100 Jahren mongolischer Fremdherrschaft (1279-1368) unter der Yuan-Dynastie, schüttelte die chinesische Ming-Dynastie die Fremdherrschaft für etwa 300 Jahre ab, jedoch wurde China unter der Qing-Dynastie bis 1911 wieder fremdbestimmt.
1912 wurde jene Dynastie gestürzt und der erste chinesische Präsident Yuan Shikai eingesetzt.
Im Jahr 1927 erobern Nationalisten Peking und lösen damit einen fast 22 Jahre dauernden Bürgerkrieg zwischen Nationalisten und Kommunisten aus, den schließlich die Kommunisten unter Mao im Jahr 1949 gewannen und daraufhin die Volksrepublik China ausriefen.
Die "Mao-Ära" dauerte bis 1976, und in der darauffolgenden Zeit wurden diverse Reformen unter z. T. schweren Auseinandersetungen durchgeführt.
Nach dem Studentenaufstand 1989 wurden die reformfreundlichen Politiker jedoch geschwächt. Ende der 90er Jahre wurden Hongkong und Macau wieder chinesisch.

Quelle: www.auswaertiges-amt.de

veröffentlicht von Tobias
Sonntag, 17. Juli 2005, nachmittags - Unterricht - aktuell

Trotz großer Resourcen Wasserknappheit in China

Obwohl China das Land mit den viertgrößten erneuerbaren Wasserresourcen der Welt ist, leben rund 35 Millionen Chinesen in Gebieten ohne ausreichende Wasserversorgung. Besonders betroffen sind der Norden Chinas und die Stadt Peking. Peking zählt zu den trockensten Städten im Norden von China. In Peking müssen die Einwohner mit etwa 300m³ Wasser im Jahr auskommen, wobei die Grenze für ernsthaften Wassermangel bei ca. 2000m³ liegt. 1000m³ Wasser werden allein für existenzielle Grundbedürfnisse benötigt und 2000m³ um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Unter einer ersten Wasserverknappung litt Peking während einer Dürre im Jahr 1972. Starke Versorgungsprobleme hatte Peking auch während der SARS-Epedemie 2003, da sich die Leute wegen der Ansteckungsgefahr häufiger wuschen. Um den Wasserverbrauch etwas einzuschränken wurden während dieser Zeit Hotels und Unternehmen in der Nähe der wichtigsten Stauseen geschlossen. Heute wird die Gegend um Peking fast jährlich von Dürren heimgesucht und Meldungen über akuten Wassermangel sind seit längerem an der Tagesordnung. Auch der Fluss Huang He (Gelber Fluss) leidet unter Wassermangel. Mehrmals jährlich trocknet er aus, da zuviel Wasser für die Landwirtschaft, die Industrie und die Bevölkerung abgezweigt wird. Da der Wassermangel in Zukunft sicher noch ansteigt ist es wichtig mit dem Wasser sparsam umzugehen und neue Technologien zum Wassersparen und zur Wasserwiederaufbereitung zu entwickeln.

Quelle: www.heise.de/tp (Magazin: Telepolis)

veröffentlicht von Bettina
Montag, 11. Juli 2005, später Nachmittag - Unterricht - aktuell

Monsune in China

In unserer letzten Erdkundestunde am Freitag, dem 8.7. haben wir uns mit dem Thema Klima in China beschäftigt und sind dabei darauf gestoßen, dass das Klima dort ganz wesentlich von dem Einfluss des Monsun, nämlich des Sommer- und des Wintermonsun, beeinflusst wird. Was nun ein solcher Monsun genau ist und wie er entsteht, möchte ich anbei etwas genauer erläutern.

Ein Monsun ist ein jahreszeitlich wechselndes Windsystem (d. h. Wechsel zwischen Sommer- und Wintermonsun), bei dem die beiden Hauptwindrichtungen im Jahresverlauf um mindestens 120 Grad schwenken.

Entstehung:
Im Winter bildet sich über dem erkalteten asiatischen Festland ein Hochdruckgebiet, ein sog. thermisches Kältehoch. Desweiteren entsteht über dem wärmeren Ostpazifik ein Tiefdruckgebiet. Die trockenen, kalten Luftmassen strömen dann vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet, wodurch Nord-, Nordwest-, oder auch bisweilen Westwinde entstehen, welche dann als Wintermonsun bezeichnet werden. Dieser weht etwa von November bis April/Mai und kommt v. a. in Nordchina, abgeschwächt aber auch in Südchina vor.
Im Sommer läuft diese Entwicklung mehr oder weniger umgekehrt ab: Da sich die Landmassen im Sommer (stärker) erwärmen bildet sich durch die aufsteigenden Luftmassen ein thermisches Hitzetief, welches Teil der nach Norden verlagerten ITC ist (aufgrund des wandernden Zenitstandes der Sonne). Folglich entsteht ein starker Luftdruckunterschied zwischen dem thermischen Hitzetief und dem subtropischen Hochdruckgürtel der Südhalbkugel. Der daurch entstehende Wind, der Südostpassat, "überschreitet" den Äquator und wird dabei durch die Corioliskraft nach rechts abgelenkt. Somit wird aus dem Südostpassat der Südhalbkugel der Südwestmonsun der Nordhalbkugel. Diese Luftmassen nehmen über dem Indischen Ozean Feuchtigkeit auf, was dann im Luv der (Küsten-)Gebirge zu Kondensation und damit zu Wolkenbrüchen bzw. starken Gewitterregen führt.

Zusammenfassend verursacht der Monsun (in Asien) folgende Klimacharakteristika:
- November - Februar: Wintermonsun aus nordöstlicher Richtung mit kühler und trockner Luft aus dem Inneren Asiens
> Trockenzeit
- März - Mai: Vormonsun; sehr heiß und trocken, kaum Wind
- Juni - Oktober: Sommermonsun aus südwestlicher Richtung mit feuchter und warmer Luft aus dem Indischen Ozean
> Regenzeit

Die starken Monsunregen in der Zeit von Juni bis Oktober sind für die Landwirtschaft einerseits sehr wichtig, v. a. für den Reisanbau, andererseits bringen sie auch Überschwemmungen mit sich, welche teilweise so extrem sind, dass sie die Ernten erheblich gefährden.

©2004

Quellen:
Chen, Ting Kai (1977): Die Volksrepublik China. Nord und Süd in der Entwicklung. Stuttgart: Klett Verlag
www.klett-verlag.de/geographie/terra-extra
http://home.datacomm.ch/marsteam/gg/klima.htm

veröffentlicht von JuliaH
Donnerstag, 07. Juli 2005, früher Abend - Unterricht - aktuell

Aktuelle Innenpolitik Chinas

Nachdem wir am Dienstag durch das China Quiz einen Überblick über unser letztes Kapitel für 12/2 erhalten haben, möchte ich euch jetzt mit Hilfe von ein paar interessanten Daten die soziale Ungleichheit der sechstgrößten Wirtschaftsnation der Erde aufzeigen.

"Den Menschen zur Hauptsache machen" - so lautet eine aktuelle weit im Land verbreitete Parole von Chinas Staatsführung, dem Parteichef der KP, die mit 68 Mio. Mitgliedern die wichtigste Partei der Volksrepublik darstellt (zur Info: es existieren 8 weitere Parteien, die faktisch jedoch bedeutungslos sind) :
Das seit März 2003 im Amt befindliche Staatsoberhaupt Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiaboo wollen China und seiner Bevölkerung zu mehr Modernität, Ehrlichkeit und Effizienz verhelfen, so die Versprechungen an die 1,3 Milliarden Einwohner: Gegen Korruption soll vehementer vorgegangen werden, nachdem in den letzten Jahren immer häufiger Skandale wie der Hinterzug von rund 13 Millionen Euro für die für 2008 in Peking geplanten Olympischen Spiele an die Öffentlichkeit gelangt sind. "Künftig sollen Funktionäre für ihre Fehler einstehen" hieß es, was zum Teil bereits der Fall ist, wie an der Entlassung einer Vielzahl von Beamten nach einem Chemieunglück im Dezember 2003 in Chongqing (243 Tote) ersichtlich ist. Man hatte erkannt, dass die Unruhe im Land wächst und die Kluft zwischen Arm und Reich immer tiefer wird. Auf dem nationalen Volkskongress 2004 wurde zwar der Schutz der Menschenrechte in der Verfassung ergänzt, realistisch gesehen verbesserte sich die soziale Lage im Land kaum:
Geschätzte 150 Millionen ländliche Wanderarbeiter sind bereits in die Städte gezogen. Bei einem Hungerlohn von 600 Yuan/Monat (ca. 60 Euro) werden sie auf Baustellen grausam ausgebeutet. Ähnlich ergeht es den etwa 900 Millionen Bauern, die durch willkürliche Enteignung für Industrieparks beispielsweise in extentielle Not gerieten. Allein in den vergangenen Jahren verloren rund 40 Mio. Chinesen ihre Felder, ihr Einkommen, ihre Altersversorgung. Zwar plant die Regierung 15 Milliarden Euro in die Landwirtschaft zu pumpen und die Agrarsteuern zu senken, dennoch scheint die Situation für viele Menschen aussichtslos, die Grundrechte bleiben ihnen weiter vorenthalten und jeder weiß, wer in China die Legitimität der KP in Frage stellt, bekommt es mit der Staatssicherheit zu tun.

Für die Zukunft bleibt also zu hoffen, dass die Chinesen den aktuellen "Trend" fortsetzen und durch Ämter, Gerichte und Medien ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen.

Quelle: Spiegel Jahrbuch 2005, Zahlen Daten Analysen, Volksrepublik China

veröffentlicht von JuliaB
Dienstag, 05. Juli 2005, Schlafenszeit - Unterricht - aktuell

Wird die Welt chinesisch?

Zwischen Angst und Schwärmerei

Da ist einerseits die Furcht vor den Facharbeitern, die für einen halben Euro pro Stunde Qualitätsarbeit leisten. Da ist andererseits die Begeisterung für die größte Nation der Erde, in der jeder flexibel ist und mehr als neunzig Prozent von sich sagen, sie blickten optimistisch in die Zukunft.
Beides, die übertriebene Angst und die distanzlose Schwärmerei, verschleiern den Blick auf die realen Herausforderungen. Längst ist China mehr als eine Werkbank der Welt, das Land wird zur Innovationsquelle. Weder soziale Not noch politische Diktatur sind damit vergessen. Doch sowohl als Idee wie auch als reale Kraft verändert China die Welt, in der wir arbeiten, studieren, konsumieren.

Von Uwe Jean Heuser. In: Die ZEIT, Nr. 25, 2005, S. 21.

Wir wollen in den kommenden Unterrichtsstunden ein möglichst unverschleiertes Bild Chinas gewinnen.
Dazu dient uns nicht zuletzt die aktuelle ZEITreihe über den "asiatischen Riesen", die vor einigen Wochen u. a. mit den Artikeln "Wird die Welt chinesisch?", "Müntefering soll mal herkommen" und "Alle Macht geht vom Forscher aus" gestartet wurde.

Darüber hinaus stellen ältere ZEITartikel zum Thema Wirtschaftsmacht China ebenfalls sehr lohnenswerte Lesestoffe dar:

veröffentlicht von A. Gohlke
Sonntag, 03. Juli 2005, gegen Abend - Unterricht - aktuell

Landwirtschaft in Litauen

Wie David uns bereits letzte Woche in seinem Referat erklärte, sind die drei baltischen Staaten (augenscheinlich) bereit für die EU.
Was einem jedoch auffällt, ist die hohe Beschäftigtenrate in Litauen in der Landwirtschaft. Mit rund 17% ist der Wert ca. fünfmal so hoch wie der Durchschnittswert der "alten" EU-Länder. Besonders wichtig ist dabei die Viehwirtschaft, d. h. die Haltung von Milchvieh, die Rindermast, die Schweinezucht aber auch die traditionelle Pferdezucht.
Durch die Nähe zur Ostsee ist auch der Fischfang in Litauen zu einem wichtigen Teil der Landwirtschaft geworden. Die Hauptanbauprodukte Litauens sind Futterpflanzen, Getreide, Kartoffeln und Gemüse.

Wie wir bereits im Referat erfuhren, sind die Lohnkosten ziemlich gering und auch die Pachtpreise in Litauen sehr niedrig, was deutschen Landwirten oftmals Sorgen bereitet, weil sie Angst haben, dass sich dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit im eigenen Land verschlechtern könnte.

Aber auch für die Bauern in den baltischen Staaten stellen billige Pachtpreise eine Gefahr dar, weil sich bereits einige Landwirte aus dem Westen in Litauen niedergelassen haben und Großbetriebe gegründet haben, mit denen die Kleinbauern Litauens und die anderen zwei baltischen Staaten nicht konkurrieren können.

Wichtig für das Baltikum ist nun die Entwicklung des tertiären Sektors und die Senkung der Arbeitslosenquote, die teilweise noch bei rund 11% liegt.

Quelle: br-online.de

veröffentlicht von Anja
Sonntag, 03. Juli 2005, vormittags - Unterricht - aktuell

Kernkraftwerk Ignalina

Ich möchte in meinem Beitrag genauer auf die Bedeutung des Kernkraftwerks Ignalina und auf die Rolle, die es bei der litauischen Energieproduktion spielt eingehen.

Die beiden Kernkraftwerksblöcke in Ignalina zählen zu den mächtigsten weltweit. Sie weisen jedoch erhebliche sicherheitstechnische Mängel auf, da beim Bau auf Sicherheitseinrichtungen verzichtet wurde, um den Zeitplan einzuhalten. Außerdem sind die Reaktoren die selben wie in Tschernobyl.

Um Mitglied der EU werden zu können, hat Litauen jedoch zugesagt, die Reaktoren bis 2009 abzuschalten, was schon teilweise gemacht wurde. Da das Kernkraftwerk aber 80 % des Strombedarfs deckt, muss man Alternativen finden. Außerdem drohen Geldeinbußen durch das Wegbrechen von Atomstromexporten. Deswegen hat die EU Beihilfen in Höhe von 245 Millionen Euro zugesagt.

Die litauische Regierung plant desweiteren, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtproduktion auf 12% zu steigern. Gleichzeitig bemüht sich Litauen durch den Aufbau einer sogenannten "Strombrücke" nach Polen um Anschluss an das westeuropäische Stromnetz.

Quellen: www.auswaertiges-amt.de; www.reyl.de/tschernobyl/index.html

veröffentlicht von Dominik