Ein-Kind-Politik

In der Volksrepublik China wurde ab 1970 die Ein-Kind-Politik (davor wurde eine "Zwei-Kinder-Politik" versucht) eingeführt, um das extreme Bevölkerungswachstum einzudämmen. Zum Teil empfindliche Geldstrafen drohen in diesem Zusammenhang bei Missachtung der folgenden Regeln:
1. Das Ehepaar benötigt eine Heiratserlaubnis; die Frau muss zudem einen Nachweiß erbringen, dass sie mit den Verhütungsmethoden vertraut ist.
2. Das Mindestheiratsalter liegt für Frauen bei 23 Jahren und für Männer (auf dem Land) bei 25 Jahren bzw. 26 Jahren (in der Stadt).
3. Das Kind muss bei der jeweiligen Behörde beantragt werden.
4. Betriebe (teilweise auch Wohngebiete) bekommen Geburtenquoten zugeteilt, dabei haftet der gesamte Betrieb bei Nichteinhaltung.
Zudem wurden Abtreibungen und Sterilisationen vom Staat erzwungen.
Mit der Zeit hat sich aber gezeigt, dass sich die Ein-Kind-Politik nur in den Städten durchgesetzt hat bzw. durchsetzen ließ. In den ländlichen Regionen dagegen dürfen Bauernfamilien auch ein zweites Kind bekommen, wenn das erste z. B. ein Mädchen ist, da oftmals die starke (helfende) Hand eines Sohnes benötigt wird. (Darüber hinaus sind die in China lebenden nationalen Minderheiten grundsätzlich von dieser Politik nicht betroffen.)

Von 1994 bis 2004 soll es, laut den Angaben der chinesischen Regierung, zu 300 Millionen weniger Geburten gekommen sein. Die Regelung wurde deshalb im April 2004 (erneut) gelockert: Geschiedene dürfen nun (z. B. in Shanghai) neben ihrem ersten Kind aus erster Ehe auch ein zweites in der neuen Ehe bekommen.
Die Ein-Kind-Politik hat viel Kritik, Spannungen und soziale Probleme mit sich gebracht. Eines dieser Probleme ist zum Beispiel, dass in den Städten eine Generation von Einzelkindern (die "kleinen Kaiser") entstanden ist, die sehr verwöhnt wurden und somit wenig Sozialkompetenz entwickeln konnten. Deutlich bemerkbar hat sich auch die Überalterung der Gesellschaft gemacht, was in 30 oder 40 Jahren zu massiven Problemen in der Renten- und Gesundheitsversorgung führen wird. Außerdem macht sich (langsam) die "Knappheit" der weiblichen Kinder und somit die "Knappheit" der Frauen in der neuen Gesellschaft bemerkbar, da Ehepaare eher zu einem Sohn als Nachkommmen tendieren.

Quelle: wikipedia.de

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