Chinesische Zensur im Internet
In China ist es Privatpersonen erst seit dem Jahr 1995 erlaubt, das Internet zu nutzen. Aus Angst vor regimefeindlicher Hetze hat die chinesische Regierung jedoch ein ausgekügeltes Überwachungssystem entwickelt. Beispielsweise müssen sich die Benutzer der zahlreichen Internetcafés immer ausweisen und werden von Videokameras und Mitarbeitern ständig überwacht, denn die Betriebe sind dazu verpflichtet unerwünschte Nutzungen zu melden, da sie sonst selbst zur Rechenschaft gezogen werden können.
Außerhalb der Internetcafés durchsuchen mehrere zehntausend Staatsbedienstete und unzählige Freiwilllige das Netz nach staatsfeindlichen Äußerungen und Websites, welche sofort gesperrt werden oder sogar ganz verschwinden, wie es einer Seite über die Befreiung Tibets erging.
Gesperrt sind ebenfalls Seiten, wie die von Amnesty International, Human Rights in China und Human Rights Watch, genauso wie die Internetarchive der großen westlichen Tageszeitungen. Auch Suchmaschinen, wie Google, sind betroffen. Wer beispielsweise nach Stichworten wie ‘Menschenrechte und China’ sucht, erhält keine Verweise.
Die dazu benötigte Filtersoftware wird nicht von einheimischen Unternehmen geliefert, sondern zumeist von westlichen Firmen wie Sun Microsystems und Cisco Systems, die nur auf den eigenen Profit bedacht sind.
Wer dabei erwischt wird, eine der über 60 Bestimmungen über die Internetnutzung zu brechen, muss mit harten Strafen rechnen, im schlimmsten Fall sogar mit Hinrichtung. Trotzdem gibt es immer mehr, die dabei helfen die Machenschaften der chinesischen Regierung aufzudecken und das mit teilweise beachtlichen Erfolgen. 2001 beispielsweise konnten chinesische Bürger einen Vertuschungsversuch der Regierung aufdecken, bei dem es um den Tod von 38 Kindern und vier Erwachsenen ging. Sie waren bei einer Explosion einer Feuerwerkfabrik ums Leben gekommen. Der Premierminister Zhu Rongji hatte zunächst einen Dorfbewohner für das Unglück verantwortlich gemacht, jedoch drang durch das Internet die Wahrheit ans Licht, nämlich dass korrupte Lehrer und Geschäftsleute die Kinder zwangen, ihr Schulgeld in dieser Fabrik zu verdienen. Da der Premier dermaßen unter Druck gesetzt wurde, musste er sich sogar kurze Zeit später öffentlich entschuldigen.
Zum Schluss lässt sich sagen, dass die chinesische Regierung das Internet wohl nie völlig kontrollieren wird, da die Regimegegner immer wieder neue Wege finden werden, um ihre Meinung frei zu äußern.
Quelle: www.epo.de
