Der Drei-Schluchten-Staudamm

Eines der größten Bauprojekte am Ende des 20. Jahrhunderts, ist der Drei-Schluchten-Staudamm am Fluss Jangtsekiang in China. Wenn er voraussichtlich 2009 gänzlich fertig gebaut ist, soll er über 2 km lang und 185 m hoch sein. Aufgrund dieser Größe kann man ihn vom Mond aus sehen. Der wegen des Dammes entstandene Stausee wird eine Länge von ca. 660 km haben.
Der Staudamm hat neben der Stromerzeugung eine weitere Aufgabe - den Hochwasserschutz. Es kam schon oft zu verheerenden Überschwemmungskatastrophen im Jangtse-Tal. So wurden 1954 nach einer Hochwasserkatastrophe 20 Mio. Menschen obdachlos und weitere 30000 Menschen starben.
Zur Zeit arbeiten ca. 40000 Arbeiter an diesem gigantischen Projekt, welches ausschließlich vom chinesischen Staat finanziert wird, da sich aufgrund der großen Bedenken vieler Umweltschützer keine Privatinvestoren fanden. Die Kosten sind enorm. 1986 wurden sie auf 4.5 Mrd. $ veranschlagt, heute jedoch geht man von ca. 20 Mrd. $ aus. Dies ist aber noch immer keine endgültige Zahl.
Bei allem Schutz, den der Staudamm bieten soll, gibt es viele Kritiker, die sogar meinen, dass der Damm die eigentliche Katastrophe ist. Zum einen müssen ca. 1.3 Mio. Menschen umgesiedelt werden, da der Stausee das Gebiet, indem die Menschen leben, komplett überfluten wird. Diese gefluteten Gebiete werden eine Fläche von 25000 km2 haben, außerdem wird befürchtet, dass das Gift von mehreren hundert Mülldeponien aufgeschwemmt wird und den Jangtsekiang auf lange Frist verseuchen wird, was enorme Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben wird. Eine weitere Gefahr ist die Lage des Staudamms. Dieser liegt in einem Gebiet, welches sehr erdbebengefährdet ist. Würde der Damm brechen strömen 300000m3Wasser pro Sekunde stromabwärts.

Quelle: www.klett.de

Schreiben Sie eine Antwort