Monsune in China
In unserer letzten Erdkundestunde am Freitag, dem 8.7. haben wir uns mit dem Thema Klima in China beschäftigt und sind dabei darauf gestoßen, dass das Klima dort ganz wesentlich von dem Einfluss des Monsun, nämlich des Sommer- und des Wintermonsun, beeinflusst wird. Was nun ein solcher Monsun genau ist und wie er entsteht, möchte ich anbei etwas genauer erläutern.
Ein Monsun ist ein jahreszeitlich wechselndes Windsystem (d. h. Wechsel zwischen Sommer- und Wintermonsun), bei dem die beiden Hauptwindrichtungen im Jahresverlauf um mindestens 120 Grad schwenken.
Entstehung:
Im Winter bildet sich über dem erkalteten asiatischen Festland ein Hochdruckgebiet, ein sog. thermisches Kältehoch. Desweiteren entsteht über dem wärmeren Ostpazifik ein Tiefdruckgebiet. Die trockenen, kalten Luftmassen strömen dann vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet, wodurch Nord-, Nordwest-, oder auch bisweilen Westwinde entstehen, welche dann als Wintermonsun bezeichnet werden. Dieser weht etwa von November bis April/Mai und kommt v. a. in Nordchina, abgeschwächt aber auch in Südchina vor.
Im Sommer läuft diese Entwicklung mehr oder weniger umgekehrt ab: Da sich die Landmassen im Sommer (stärker) erwärmen bildet sich durch die aufsteigenden Luftmassen ein thermisches Hitzetief, welches Teil der nach Norden verlagerten ITC ist (aufgrund des wandernden Zenitstandes der Sonne). Folglich entsteht ein starker Luftdruckunterschied zwischen dem thermischen Hitzetief und dem subtropischen Hochdruckgürtel der Südhalbkugel. Der daurch entstehende Wind, der Südostpassat, "überschreitet" den Äquator und wird dabei durch die Corioliskraft nach rechts abgelenkt. Somit wird aus dem Südostpassat der Südhalbkugel der Südwestmonsun der Nordhalbkugel. Diese Luftmassen nehmen über dem Indischen Ozean Feuchtigkeit auf, was dann im Luv der (Küsten-)Gebirge zu Kondensation und damit zu Wolkenbrüchen bzw. starken Gewitterregen führt.
Zusammenfassend verursacht der Monsun (in Asien) folgende Klimacharakteristika:
- November - Februar: Wintermonsun aus nordöstlicher Richtung mit kühler und trockner Luft aus dem Inneren Asiens
> Trockenzeit
- März - Mai: Vormonsun; sehr heiß und trocken, kaum Wind
- Juni - Oktober: Sommermonsun aus südwestlicher Richtung mit feuchter und warmer Luft aus dem Indischen Ozean
> Regenzeit
Die starken Monsunregen in der Zeit von Juni bis Oktober sind für die Landwirtschaft einerseits sehr wichtig, v. a. für den Reisanbau, andererseits bringen sie auch Überschwemmungen mit sich, welche teilweise so extrem sind, dass sie die Ernten erheblich gefährden.
Quellen:
Chen, Ting Kai (1977): Die Volksrepublik China. Nord und Süd in der Entwicklung. Stuttgart: Klett Verlag
www.klett-verlag.de/geographie/terra-extra
http://home.datacomm.ch/marsteam/gg/klima.htm

