Archiv für Juli 2005

Montag, 25. Juli 2005, nachmittags - Unterricht - aktuell, Facharbeit

Facharbeitsgespräche (12/2) - Teil 3

Zur Erinnerung:
Am morgigen Dienstag (26.07.2005) findet die dritte Runde der Facharbeitsgespräche im Kurshalbjahr 12/2 statt.
Alle Facharbeitskandidaten sind zur Teilnahme an dieser gemeinsamen Sitzung verpflichtet.

Beginn: 11.30 Uhr
Ende: ca. 12:15 Uhr
Ort: Raum 116

Programmpunkte u. a.:

  • gemeinsame Besprechung eines Arbeitspapiers zur formalen Gestaltung der Facharbeit
  • Klärung individueller Schwierigkeiten und Probleme (v. a. bei der Literaturrecherche)
veröffentlicht von A. Gohlke
Mittwoch, 20. Juli 2005, früher Abend - Unterricht - aktuell

Chinesische Zensur im Internet

In China ist es Privatpersonen erst seit dem Jahr 1995 erlaubt, das Internet zu nutzen. Aus Angst vor regimefeindlicher Hetze hat die chinesische Regierung jedoch ein ausgekügeltes Überwachungssystem entwickelt. Beispielsweise müssen sich die Benutzer der zahlreichen Internetcafés immer ausweisen und werden von Videokameras und Mitarbeitern ständig überwacht, denn die Betriebe sind dazu verpflichtet unerwünschte Nutzungen zu melden, da sie sonst selbst zur Rechenschaft gezogen werden können.
Außerhalb der Internetcafés durchsuchen mehrere zehntausend Staatsbedienstete und unzählige Freiwilllige das Netz nach staatsfeindlichen Äußerungen und Websites, welche sofort gesperrt werden oder sogar ganz verschwinden, wie es einer Seite über die Befreiung Tibets erging.
Gesperrt sind ebenfalls Seiten, wie die von Amnesty International, Human Rights in China und Human Rights Watch, genauso wie die Internetarchive der großen westlichen Tageszeitungen. Auch Suchmaschinen, wie Google, sind betroffen. Wer beispielsweise nach Stichworten wie ‘Menschenrechte und China’ sucht, erhält keine Verweise.
Die dazu benötigte Filtersoftware wird nicht von einheimischen Unternehmen geliefert, sondern zumeist von westlichen Firmen wie Sun Microsystems und Cisco Systems, die nur auf den eigenen Profit bedacht sind.
Wer dabei erwischt wird, eine der über 60 Bestimmungen über die Internetnutzung zu brechen, muss mit harten Strafen rechnen, im schlimmsten Fall sogar mit Hinrichtung. Trotzdem gibt es immer mehr, die dabei helfen die Machenschaften der chinesischen Regierung aufzudecken und das mit teilweise beachtlichen Erfolgen. 2001 beispielsweise konnten chinesische Bürger einen Vertuschungsversuch der Regierung aufdecken, bei dem es um den Tod von 38 Kindern und vier Erwachsenen ging. Sie waren bei einer Explosion einer Feuerwerkfabrik ums Leben gekommen. Der Premierminister Zhu Rongji hatte zunächst einen Dorfbewohner für das Unglück verantwortlich gemacht, jedoch drang durch das Internet die Wahrheit ans Licht, nämlich dass korrupte Lehrer und Geschäftsleute die Kinder zwangen, ihr Schulgeld in dieser Fabrik zu verdienen. Da der Premier dermaßen unter Druck gesetzt wurde, musste er sich sogar kurze Zeit später öffentlich entschuldigen.
Zum Schluss lässt sich sagen, dass die chinesische Regierung das Internet wohl nie völlig kontrollieren wird, da die Regimegegner immer wieder neue Wege finden werden, um ihre Meinung frei zu äußern.

Quelle: www.epo.de

veröffentlicht von Stefanie
Mittwoch, 20. Juli 2005, später Nachmittag - Unterricht - aktuell

Ein-Kind-Politik

In der Volksrepublik China wurde ab 1970 die Ein-Kind-Politik (davor wurde eine "Zwei-Kinder-Politik" versucht) eingeführt, um das extreme Bevölkerungswachstum einzudämmen. Zum Teil empfindliche Geldstrafen drohen in diesem Zusammenhang bei Missachtung der folgenden Regeln:
1. Das Ehepaar benötigt eine Heiratserlaubnis; die Frau muss zudem einen Nachweiß erbringen, dass sie mit den Verhütungsmethoden vertraut ist.
2. Das Mindestheiratsalter liegt für Frauen bei 23 Jahren und für Männer (auf dem Land) bei 25 Jahren bzw. 26 Jahren (in der Stadt).
3. Das Kind muss bei der jeweiligen Behörde beantragt werden.
4. Betriebe (teilweise auch Wohngebiete) bekommen Geburtenquoten zugeteilt, dabei haftet der gesamte Betrieb bei Nichteinhaltung.
Zudem wurden Abtreibungen und Sterilisationen vom Staat erzwungen.
Mit der Zeit hat sich aber gezeigt, dass sich die Ein-Kind-Politik nur in den Städten durchgesetzt hat bzw. durchsetzen ließ. In den ländlichen Regionen dagegen dürfen Bauernfamilien auch ein zweites Kind bekommen, wenn das erste z. B. ein Mädchen ist, da oftmals die starke (helfende) Hand eines Sohnes benötigt wird. (Darüber hinaus sind die in China lebenden nationalen Minderheiten grundsätzlich von dieser Politik nicht betroffen.)

Von 1994 bis 2004 soll es, laut den Angaben der chinesischen Regierung, zu 300 Millionen weniger Geburten gekommen sein. Die Regelung wurde deshalb im April 2004 (erneut) gelockert: Geschiedene dürfen nun (z. B. in Shanghai) neben ihrem ersten Kind aus erster Ehe auch ein zweites in der neuen Ehe bekommen.
Die Ein-Kind-Politik hat viel Kritik, Spannungen und soziale Probleme mit sich gebracht. Eines dieser Probleme ist zum Beispiel, dass in den Städten eine Generation von Einzelkindern (die "kleinen Kaiser") entstanden ist, die sehr verwöhnt wurden und somit wenig Sozialkompetenz entwickeln konnten. Deutlich bemerkbar hat sich auch die Überalterung der Gesellschaft gemacht, was in 30 oder 40 Jahren zu massiven Problemen in der Renten- und Gesundheitsversorgung führen wird. Außerdem macht sich (langsam) die "Knappheit" der weiblichen Kinder und somit die "Knappheit" der Frauen in der neuen Gesellschaft bemerkbar, da Ehepaare eher zu einem Sohn als Nachkommmen tendieren.

Quelle: wikipedia.de

veröffentlicht von Sener
Dienstag, 19. Juli 2005, gegen Abend - Unterricht - aktuell

Das politische System Chinas

China weist seit Jahrzenten ein stabiles politisches System auf. Aber China ist auch heute noch keine Demokratie, sondern eine Ein-Parteien-Diktatur, obwohl rein formal nach der Verfassung Grundrechte, Gewaltenteilung, Mehrparteiensystem usw. garantiert sind.
Ob die erfolgte Zulassung wirtschaftlicher Freiheiten beispielgebend für die Gewährung politischer Freiheiten werden kann, ist schwer zu sagen. Die Menschenrechte oder die Pressefreiheit sind in China nicht garantiert. In keinem Staat der Welt werden so viele Todesurteile ausgesprochen und vollzogen wie in China. Selbst das Recht auf freie Information ist nicht gegeben.

Da manche politische Entscheidungsträger am wirtschaftlichen Aufstieg Chinas nicht teilhaben, sind sie gegen eine weitere Liberalisierung des Landes, um ihre politischen Privilegien nicht zu verlieren. In diesem Zusammenhang stehen auch die von vielen hohem Staats- und Parteirepräsentanten immer wieder beklagten Korruptionsfälle, bei denen durch eine entsprechende Zuwendungen an Kader oder staatliche Stellen Entscheidungen in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Insbesondere kleinere oder mittlere Unternehmer sind Schikanen und der Korruption wehrlos ausgesetzt.

Quelle: HECKL, F. X. u. a. (2003) : Fundamente. Der asiatisch-pazifische Raum, Klett-Perthes Verlag: Stuttgart/Gotha.

Hinzufügen möchte einen vertiefenden Internet-Artikel, der hier im .pdf-Format eingesehen werden kann.

veröffentlicht von Bastian
Dienstag, 19. Juli 2005, nachmittags - Unterricht - aktuell

„Ohne Rücksicht auf Verluste…“

Seit Jahrzehnten wollte jeder chinesische Herrscher den gewaltigen Jangtsekiang bändigen, doch erst 1944 wurde die US- Behörde damit beauftragt einen Staudamm zu entwerfen. Das Vorhaben wurde jedoch zunächst durch den Bürgerkrieg gestoppt und erst 1958 von Mao Zedong (Vorsitzender der kommunistischen Partei) wieder ins Leben gerufen. Diesmal scheiterte das Projekt an den immensen Baukosten.
Elf Jahre später wurde es durch die Provinz Hubai wieder zur Sprache gebracht, allerdings von Mao Zedong aus politisch- militärischen Gründen abgelehnt. Als Ersatz ließ er den 40 km südlich der drei Schluchten gelegenen Staudamm Gezhouba bauen. Deng Xiao-Ping (Vorsitzender der kommunistischen Partei nach Mao Zedongs Tod) schaffte es dann schließlich 1986, dass das Drei-Schluchten-Projekt dem Nationalen Kongress zu Vertiefungsstudien vorgelegt wurde und das chinesisch- kanadische Konsortium mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, welche die Weltbank und die kanadische Regierung finanzierten.
Durch das Tian’anmen-Massaker (= gewaltsame Beendigung der monatelangen Besetzung des Platzes des himmlischen Friedens am 04. Juni 1989), wurden Gegner des Staudamms mundtot gemacht, und von da an wurde jede Kritik verboten. 1992 genehmigte der Volkskongress das Vorhaben jedoch mit einem Negativ-Rekord. Ein Drittel der Stimmberechtigten stimmten nicht dafür, durften aber auch keine Kritik äußern. Ministerpräsident Li Peng duldet keinen Widerspruch, er will das Projekt ohne Rücksicht auf Verluste durchführen.
Die Probleme dabei sind einerseits die Millionen Tonnen Treibsand und Sedimente, die der Jangtsekiang jedes Jahr mit sich führt, denn durch den Damm wird die Selbstreinigung des Flusses verhindert. Dadurch wiederum vermindert sich die Staukapazität erheblich, denn bisher hat man das Problem der Versandung auch beim Gezhouba nicht lösen können. Zusätzlich sind über 3000 Tier- und Pflanzenarten bedroht, aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums, wobei 22 Arten auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Andererseits ist die Einsturzgefahr in einem, durch die Wassermassen und durch das hohe Gewicht das Damms, erdbebengefährdeten Gebiet erhöht und im Falle eines Dammbruch würden bis zu einer Millionen Menschen ihr Leben verlieren.

Wenig beruhigend lautet eine Prognose zu diesem Projekt:

“Wenn alle Sicherheitsmaßnahmen beim Bau sehr genau eingehalten werden, sei das Risiko eines Dammbruches so groß wie dasjenige eines sogenannten GAUs in einem Atomkraftwerk.”

Quelle: www.bp-reiseberichte.de

veröffentlicht von Melli
Dienstag, 19. Juli 2005, nach dem Mittagsessen - Unterricht - aktuell

Der Drei-Schluchten-Staudamm

Eines der größten Bauprojekte am Ende des 20. Jahrhunderts, ist der Drei-Schluchten-Staudamm am Fluss Jangtsekiang in China. Wenn er voraussichtlich 2009 gänzlich fertig gebaut ist, soll er über 2 km lang und 185 m hoch sein. Aufgrund dieser Größe kann man ihn vom Mond aus sehen. Der wegen des Dammes entstandene Stausee wird eine Länge von ca. 660 km haben.
Der Staudamm hat neben der Stromerzeugung eine weitere Aufgabe - den Hochwasserschutz. Es kam schon oft zu verheerenden Überschwemmungskatastrophen im Jangtse-Tal. So wurden 1954 nach einer Hochwasserkatastrophe 20 Mio. Menschen obdachlos und weitere 30000 Menschen starben.
Zur Zeit arbeiten ca. 40000 Arbeiter an diesem gigantischen Projekt, welches ausschließlich vom chinesischen Staat finanziert wird, da sich aufgrund der großen Bedenken vieler Umweltschützer keine Privatinvestoren fanden. Die Kosten sind enorm. 1986 wurden sie auf 4.5 Mrd. $ veranschlagt, heute jedoch geht man von ca. 20 Mrd. $ aus. Dies ist aber noch immer keine endgültige Zahl.
Bei allem Schutz, den der Staudamm bieten soll, gibt es viele Kritiker, die sogar meinen, dass der Damm die eigentliche Katastrophe ist. Zum einen müssen ca. 1.3 Mio. Menschen umgesiedelt werden, da der Stausee das Gebiet, indem die Menschen leben, komplett überfluten wird. Diese gefluteten Gebiete werden eine Fläche von 25000 km2 haben, außerdem wird befürchtet, dass das Gift von mehreren hundert Mülldeponien aufgeschwemmt wird und den Jangtsekiang auf lange Frist verseuchen wird, was enorme Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben wird. Eine weitere Gefahr ist die Lage des Staudamms. Dieser liegt in einem Gebiet, welches sehr erdbebengefährdet ist. Würde der Damm brechen strömen 300000m3Wasser pro Sekunde stromabwärts.

Quelle: www.klett.de

veröffentlicht von Michael
Montag, 18. Juli 2005, nachmittags - Unterricht - aktuell

Klimakontraste in Asien

Seit etwa Anfang Juni ist in China wieder die Regenzeit angebrochen, was schwere Überschwemmungen in weiten Regionen des Landes mit sich gebracht hat und noch bringen wird. Bis jetzt hat es am schlimmsten die Region Guangxi an der Südküste des Landes erwischt. Ein großer Teil der Bevölkerung sprach von den heftigsten Überschwemmungen der Region seit 100 Jahren.
Seit Beginn der Regenzeit, vor gut einem Monat, haben schon etliche Menschen ihr Leben verloren, jedoch eine weit aus größere Zahl von mehreren 100.000 verloren durch die Flut ihr Zuhause und stehen nun vor dem Nichts. Andere betroffene Regionen wurden von der Außenwelt abgeschnitten und können nur noch durch Einsatz von Hubschraubern mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln versorgt werden.

Ein Kontrast zu dem überschwemmten Süden Chinas liefert die stark ausgeprägte Hitzeperiode im Norden des Landes. In der Hauptstadt Peking zeigte das Thermometer teilweise über 40 Grad an. Die Regierung hofft nun, dass sich die kritische Situation im Norden durch den Einfluss des Monsun auf natürliche Weise stabilisieren wird.

Quellen: www.spiegel.de/panorama; www.faz.net

veröffentlicht von Fabi