Bewachte Wohnkomplexe bedrohen die “europäische Stadt”

Im Rahmen von Bettinas Referat über die "Gated Communities" habe ich mich etwas näher mit diesem Thema beschäftigt und bin auf einige interessante Sachen gestoßen …wer hätte das gedacht?!

Wir haben gehört, dass diese geschlossenen Wohnkomplexe in Russland und auch in den USA vorkommen, aber auch bei uns ist diese Bauform nicht unbekannt.
Doch woher kommt denn die Idee, eine abgeschottete Siedlung zu bauen? Aus Amerika, wie man vielleicht wegen des Namens "Gated Communities" vermuten könnte?
Nein, die amerikanischen Wohnsiedlungen sind eher eine "europäische Erfindunge" und haben ihren Ursprung in London. Bereits Anfang 1800 wurden dort exklusive Wohngebiete gebaut, die mit Zäunen und Toren der Außenwelt unzugänglich waren und in erster Linie als Sicherheit vor Kriminalität und als Segregation dienen sollten. In den ständig wachsenden Metropolen entwickelten private Investoren im Laufe des 19. Jahrunderts in ganz Europa Villenkomplexe. Hervorgerufen durch diesen Trend befürchten Spezialisten nun, dass "Gated Communities" in Europa immer stärker zunehmen und sich so wie in den vereinigten Staaten ausbreiten:

Die Frankfurter Rundschau stellt bereits 2001 fest: "Auch Berlin hat seine ‚gated communities’" […].
Und Liberation befürchtet 2002, dass mit der Verbreitung bewachter Wohnkomplexe in Frankreich das "Projekt der europäischen Stadt" aufgegeben werde […].


Quelle: Glasze, Georg: Bewachte Wohnkomplexe und die "europäische Stadt" - eine Einführung

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