Deutschland- Exportfaktor “innovation”
Mit Einfallsreichtum ganz nach oben
Technik aus Deutschland hat auf dem Weltmarkt immer noch einen guten Ruf. Im internationalen Vergleich gelten deutsche Unternehmen im Bereich der Elektro- und Umwelttechnik, der Raumfahrttechnologie und in der Autoindustrie als besonders innovativ. Ideen gibt es also offenbar genug. So wundert es nicht, dass Deutschland weltweit den dritten Platz bei der Anmeldung von Patenten belegt. Dies ist eine Folge der Investition in Ideen. Deutschland bündelt innerhalb der Autoindustrie fast ein Viertel der OECD-weiten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, 17 Prozent sind es in der Chemiebranche, 13 Prozent bei Gummi- und Plastikprodukten. Lediglich in der zügigen und risikobereiten Umsetzung hapert es noch oft, denn vermarktet werden die Innovationen häufig von anderen Firmen im Ausland.
Einige große Unternehmen fahren gut mit der Realisierung von neuen Ideen. Mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet beispielsweise der Chiphersteller Infineon damit. Er gehört zu den Innovationsführern in der Produktion von Standardspeicherchips. Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, die in der Halbleiterproduktion eingesetzt werden, sollen einen zusätzlichen Produktionsschub geben. Im Durchschnitt erwirtschaften die großen deutschen Unternehmen nur elf Prozent ihres Umsatzes mit neuen oder neu gestalteten Produkten, so eine Analyse des Beratungsunternehmens Innovation-Trust. Eine Gefahr, denn weniger als zehn Prozent gefährden das Geschäft in langfristiger Perspektive, meinen die Experten der Unternehmensberatung.
Geschichte vom Scheitern
Diese positiven Beispiele sind aber auch flankiert von Geschichten grandiosen Scheiterns. Weltweit musste man sich in den letzten zwei Jahren wundern, warum Größen wie DaimlerChrysler und die Deutsche Telekom sich so schwer tun, ein drahtloses Mautsystem aufzubauen. Sie blamierten sich bis auf die Knochen mit Bordcomputern, die schon den Geist aufgaben, wenn der Lkw-Fahrer das Radio anschaltete. Mit fast eineinhalbjähriger Verspätung wird der "nun seit Anfang 2004 eingesetzt. BDI-Präsident Uwe Thumann sieht es jetzt als "neuen Exportschlager".
(ausschnittsweise von Christiane Blume, Reporterin)
