Kolchosen und Sowchosen
Kolchose
Kolchose ist ein russisches "Kürzel" für Kollektivwirtschaft [im Sinne eines landwirtschaftlichen, großmaßstäbig organisierten Betriebes, der durch Kollektivierung ehemals bäuerlicher Privatbetriebe entstanden ist]. Die Kolchosen sind genossenschaftlich organisierte Großbetriebe mit mehreren hundert Mitarbeitern, die innerhalb der Kolchose allesamt gleichberechtigt sind. Die Kolchosen entstanden in der UdSSR ab dem Jahre 1917 auf freiwilliger Basis. Das bewirtschaftete Land gehört dem Staat, ist aber zur Bewirtschaftung durch den Kolchos freigegeben. Die Produktionsmittel gehören der dagegen der Gemeinschaft. [Die Kolchosebauern dürfen lediglich Gartenland und wenige Stücke Vieh privat nutzen.] Der Direktor der Kolchose ist ein Mitarbeiter, der von der Gemeinschaft gewählt wurde, dieser kann aber auch staatlich eingesetzt sein. Die Kolchose hat ein festgelegtes Produktionssoll, das sie zu festgelegten Preisen an den Staat verkauft. Überschüsse kamen, wie auch die Erzeugnisse des privaten Hoflandes, auf den „freien Markt“.
Sowchose
Sowchosen sind vollkommen staatliche Betriebe, mit staatlichen Böden und Produktionsmitteln. Sowchosen entsprechen eher dem kommunistischem/sozialistischem Ideal als Kolchosen und bekommen deshalb staatliche Subventionen. Außerdem ist das Gehalt (Mitarbeiter hatten zu dem sogar Rentenansprüche) besser als in den Kolchosen und die Produktion höher, da ein staatlich eingesetzter Direktor, meist ein Fachmann, die Sowchose verwaltete und [die Beschäftigten der Sowchose im Ggs. zu Kolchose Lohnarbeiter waren]. Sowchosen gab es, wie auch Kolchosen, überall in der UdSSR; [sie erreichten dabei teilweise Größenordnungen von über 100 000 ha]. Sie entstanden u. a. auf enteignetem Land, aber die größte Anzahl wurde in den sog. Neulandgebieten errichtet, die in den 50er und 60er Jahren erschlossen wurden.
Quellen: wikipedia.de; hausarbeiten.de
Hinweis:
Die mit [ ] gekennzeichneten Ergänzungen wurden von A. Gohlke vorgenommen und sind dem Diercke-Wörterbuch Allgemeine Geographie entnommen, welches übrigens im Geographieregal unserer Schulbücherei leicht auffindbar ist.
