Der so betitelte Artikel in der ZEIT (vom 09. Juni 2005) trifft möglicherweise auch auf die/den eine(n) oder andere(n) von euch zu, wenn es dort heißt, “die meisten Abiturienten wissen nicht, was an der Universität auf sie zukommt.” Denn:
Ausflüge in Berufsinformationszentren oder der sporadische Besuch eines Berufsberaters an der Schule kann die Informationsdefizite nicht ausgleichen. Die Folgen müssen die Schüler später tragen. Jeder dritte Unistudent wechselt das Fach, jeder vierte bricht ganz ab. In den Kultur- und Sozialwissenschaften ist der Schwund am größten. Die vergeudete Zeit summiert sich oft auf Jahre, viele Abbrecher revidieren erst in höheren Semestern ihre Entscheidung.
Noch immer tun viele Gymnasien und Hochschulen so, als lebten sie in den sechziger Jahren, als eine Minderheit gut ausgebildeter Abiturienten sich an der überschaubaren Zahl deutscher Universitäten für eines der bekannten Fächer einschrieb. Doch machten 1972 13 Prozent der Schüler Abitur, sind es heute dreimal so viele. Damals konnten die Studenten zwischen 93 Studiengängen an 65 Hochschulen wählen. 2005 bieten die Universitäten laut Hochschulkompass knapp 10000 Studiermöglichkeiten an.
Gegen Ende des Artikel zieht der Verfasser ein ziemlich düsteres Fazit:
Ohne eine stärkere Verantwortung der Schulen für die Zukunft ihrer Schüler profitieren von den Angeboten der Hochschulen nur die speziell interessierten, die besonders begabten oder mobilen Nachwuchsakademiker, die sich über das Internet und Ranking-Listen Fach und Hochschule gezielt aussuchen […]. Die übrigen bleiben zu Hause, machen sich am Unischnuppertag ruhige Stunden auf dem Campus – und beginnen ihr Studium so ahnungslos wie Generationen vor ihnen.
So weit wollen wir es nicht kommen lassen.
Auf besagte Hochschul-Rankings und diverse online verfügbare Orientierungshilfen hab ich in einem früheren Beitrag schon verwiesen; und wir werden an die Universität München gehen, Vorlesungen besuchen, uns einen ersten Einblick ins Hochschulleben verschaffen.
Quelle: Spiewak, M. (2005): Ansturm der Ahnungslosen. In: Die ZEIT, Nr. 24, S. 79-80.