Archiv für Donnerstag, 28. April 2005

Donnerstag, 28. April 2005, nach dem Mittagsessen - Unterricht - aktuell

Die Transsibirische Eisenbahn “Transsib”

Nach dem Referat von der Julie über die Besiedlung und Machtentfaltung Russlands habe ich mir überlegt, euch etwas genauere Informationen zum Bau und Nutzung der transsibirischen Eisenbahnlinie "Transsib" zu erzählen:

Sie wurde am Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund eines Vorschlags der Amerikaner in mehreren Etappen erbaut und ist heute mit 9298 km die längste Zugstrecke der Welt. Sie durchquert innerhalb von 160 Stunden fast ganz Eurasien (20% Europa, 80% Asien) und fährt mit einer Durchschnittsgeschwindikeit von 58 km/h.
Durch den Bau, der mit Hilfe staatlicher Finanzierungen und Koordinierungen möglich gemacht wurde, erhoffte man sich die Erschließung Sibiriens und somit auch die Integration des Fernen Ostens.
Es wurde in mehreren Etappen gebaut und an verschiedenen Orten gleichzeitig begonnen, diese Bauabschnitte gaben später den Eisenbahn-Verwaltungen ihre Namen, z. B. Westsibirische-Bahn, Baikal-Bahn, Amur-Bahn usw.
Im Jahre 1916 war dann schließlich auch das letzte Streckenstück fertig erbaut und die "Transsib" konnte vollständig in Betrieb genommen werden.
Der Bau dieser Strecke brachte noch viele weitere Vorteile mit sich, so war z. B. eine stärkere Partizipierung am Welthandel möglich, die sibirischen Rohstoffe konnten besser abgebaut und transportiert werden, und zum ersten Mal wurde die Umsiedlung von Menschenmassen schnell und unkompliziert möglich.
Ohne den Bau der "Transsib" wäre die Erschließung Sibiriens nicht so schnell möglich gewesen, dies ist ca. 90.000 Arbeitern zu verdanken, die auch unter schwersten Bedingungen arbeiteten und durch Erschöpfung und Seuchen viele Opfer brachten (darüber hinaus wurden auch Starfgefangene beim Bau eingesetzt).

Quellen: www.transsib.de

veröffentlicht von Maxie
Donnerstag, 28. April 2005, Schlafenszeit - Unterricht - aktuell

GUS - Irrungen und (Ver-)Wirrungen

Die Diskussion war kurz und lebhaft; aber sie blieb dennoch ohne greifbares Ergebnis. Lasst uns daher schleunigst weggehen von diversen Mutmaßungen (des Kursleiters), hin zu den “harten” Fakten (aus “richtigen” Büchern)… ;-)

Die GUS besitzt eine schwache politische Struktur, sie ist weder Staatenbund noch supranationale Organisation.
Eher ist sie mit einer Zwangsgemeinschaft von Erben vergleichbar, die ihre Aufgabe in Verwaltung und der Aufteilung des Erbes der Sowjetunion sehen, wobei sich außer Russland kein Nachfolgestaat mehr dem Erhalten des Ganzen verpflichtet fühlt.
Die GUS trat (also lediglich) an die Stelle des geplanten, aber nicht mehr (!) verwirklichten Unionvertrages, mit dem die Sowjetunion hatte am Leben erhalten werden sollen. (Stadelbauer, 2002, S. 4)

Man kann freilich die fortwährende Existenz einer lockeren Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) nicht so ohne Weiteres vom Tisch wischen. Ich möchte allerdings noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass es sich bei der angesprochenen Gemeinschaft nicht um einen Staatenbund handelt, der einst (i. e. 1991) nur deshalb gegründet wurde, um einen - wie auch immer gearteten - Nachfolgestaat der ehemaligen Sowjetunion zu bilden.

Quelle: Stadlbauer, Jörg (2002): Die GUS zwischen Intergration und Fragmentierung. In: Praxis Geographie, H. 1/02, Braunschweig: Westermann, S. 4-9.

veröffentlicht von A. Gohlke