Anstieg des Treibhausgas-Ausstoßes übersteigt Reduktion

Lord Robert May von der British Royal Society warnt vor einem Fehlschlag der im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaschutz-Ziele. In den USA seien bis zum Jahr 2002 mehr Treibhausgase zusätzlich ausgestoßen worden als alle anderen Kyoto-Vertragsparteien gemeinsam einsparen wollen, sagte er.

Anstieg gegenüber 1990
Die USA haben das Kyoto-Protokoll zwar unterzeichnet, es bislang aber nicht ratifiziert. Die Regierung unter Präsident George W. Bush unternimmt derzeit keine Anstrengungen, den Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid (CO2), zu verringern.
In den Jahren zwischen 1999 und 2002 sind die US-amerikanischen Treibhausgas-Emissionen um 13 Prozent angestiegen, errechnete die «Royal Society». In einem Vortrag an der britischen Botschaft in Berlin will ihr Präsident Lord May am heutigen Montag die politischen Führer davor warnen, «sich wie moderne Neros aufzuführen, die fiedeln, während die Welt brennt».

Selbst wenn die Emissionen der USA bis 2012 nicht weiter zunehmen und die Ziele des Kyoto-Protokolls erreicht werden, nimmt der globale Treibhausgas-Ausstoß bis dahin um 1,6 Prozent zu. Angestrebt wird mit dem Protokoll, das 140 Staaten ratifiziert haben, den Ausstoß von sechs Treibhausgasen um 5,2 Prozent unter die Menge von 1990 zu senken.
Auf dem G8-Gipfel im Juli im schottischen Gleneagles müssten die US-Vertreter dazu gebracht werden, die Beweise für die globale Erwärmung durch den Treibhausgas-Ausstoß anzuerkennen, sagt May. «Wir müssen dringend handeln, um die schlimmsten Klimafolgen zu vermeiden», wird er in einer Mitteilung der Royal Society zitiert. (nz)

Quelle: www.netzeitung.de

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