Jan
25
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Entwicklungsstrategien und Entwicklungstheorien
Die zu bekämpfende Unterentwicklung wird durch mehrere Merkmale gekennzeichnet, die jedoch nicht immer auf jedes Land individuell zutreffen. Trotzdem gibt es viele Faktoren, die übereinstimmen, wie beispielsweise:
- ein rasantes Bevölkerungswachstum mit einer großen jüngeren Bevölkerungsschicht
- eine Unter- und Mangelernährung
- eine schlechte medizinische Versorgung → geringe Lebenserwartung
- ein unterentwickelte Bildungswesen hohe Analphabetenrate
- ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften
- die geringe Arbeitsproduktivität schlägt sich im niedrigen Pro-Kopf-Einkommen nieder
- eine große Beschäftigtenzahl im Primären Sektor, wenige im Sekundären aber ein überbesetzter Tertiärer Sektor
- eine unzureichende Infrastruktur
- …
Um diese Faktoren bekämpfen zu können, stellte man zwei unterschiedliche Entwicklungstheorien und drei unterschiedliche Entwicklungsstrategien auf, die sich wie folgt aufteilen:
- Die Modernisierungstheorie gekoppelt mit der Wachstumsstrategie:
Die Modernisierungstheorie besagt, dass die Unterentwicklung in diesen Ländern durch endogene Faktoren verursacht wurde, dadurch stecken diese noch in einer Entwicklungsphase, die die Industrieländer schon am Anfang der Industriellen Revolution durchlaufen haben. Aus diesem Grund sollten sich die unterentwickelten Länder diejenigen als Vorbild nehmen.
Als wirksamste Entwicklungsmaßnahme gilt die Industrialisierung, die in den peripheren Regionen vor allem in den Wachstumspolen eingesetzt werden sollte und durch die Sickererffekte, also die Verbreitung der Wirtschaft nach nach in der Peripherie, alle Regionen am Fortschritt teilnehmen.
Auf diese Theorie stütze sich die Wachstumsstrategie, die auf Industrialisierung, Technik und Großprojekte beruhte. Man versuchte die Entwicklungsländer an die Weltwirtschaft und den Außenhandel anzukoppeln, dadurch dass man den sogenannten Big Push, also den von außen eingeleiteten Entwicklungsschub, auf die Haupt- bzw. Küstenstädte und die Freihandelszonen richtete.
Jedoch führte dies alles zu katastrophalen Folgen, wie die Erdölverteurung und die explosionsartig steigende Auslandsverschuldung für die Entwicklungsländer. Somit kann man zusammenfassend sagen, dass dieser erste Versuch zur Entwicklungshilfe fehlgeschlagen ist. - Die zweite Theorie ist die Dependenztheorie, die sowohl die ungenügende innere Entwicklung als auch, im Gegensatz zur Modernisierungstheorie, die Unterentwicklung als exogene Verursachung sieht. Die Entwicklungsländer sind seit kolonialer Zeit abhängig von den Industrieländern, dadurch ist die Entwicklung eher eine „Entwicklung zur Unterentwicklung“, die aber durch die Hochentwicklung der Industrieländer bedingt wird, da diese die unterentwickelten Länder als Rohstofflieferanten und dann als Abnehmer von Industrieprodukten ausbeuten. Der Big Push hat zudem auch noch die traditionellen Wirtschafts- und Sozialstrukturen zerstört.
Insgesamt kann man sagen, dass durch die Konzentrationsbestrebungen und die multinationalen Konzerne die regionalen Disparitäten noch verstärkt wurden, sowie die Schere zwischen arm und reich, wobei die Zahl der in absoluter Armut lebender Menschen sogar noch zunimmt. - Aus dieser negativen Entwicklungshilfe versuchte man in der Grundbedürfnisstrategie, also durch das Lernen aus der Wachstumsstrategie, Rückschlüsse zu ziehen und eine verbesserte Entwicklungshilfe zu stellen. Diese lebt nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“, wodurch die in Armut lebende Bevölkerungsmasse die Zielgruppe darstellt und diese an den Projekten direkt beteiligt.
Dies wird dadurch gewährleistet, dass die Industrieländer den unterentwickelten Ländern den Mindestbedarf an Nahrungsmitteln und Kleidung und eine Unterkunft stellen, sowie sanitäre Einrichtungen, Trinkwasser, Verkehrsmittel usw. . - Die letzte Entwicklungshilfe ist die autozentrierte Entwicklung, die versucht die Entwicklungsländer vorübergehend vom Weltmarkt abzukoppeln um dadurch eine unabhängige Entwicklung gewährleisten zu können. Durch die Entwicklung eines ausgewogenen Binnenmarktes können die Grundbedürfnisse der Bevölkerung abgedeckt werden und dadurch können diese darauf wirtschaftliche Kapazitäten aufbauen.
Der Industriesektor stützt sich auf die traditionellen Gewerbe und sollte betont arbeitsintensiv sein. Um diese Industrie zu schützen sind Zoll- und Handelsschranken unabdingbar.