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Grüne Revolution
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Grüne Revolution
Mitte der 60er Jahre kam es vor allem in den Tropen (verstärkt in Südostasien) zu großen Innovationen in der Landwirtschaft bzw. der Agrartechnologie. Bedingt war dies durch Nahrungsmittelknappheit, die wiederum durch eine Bevölkerungsexplosion hervorgerufen wurde. Zusätzlich kam es in den Ernten der Jahre 1965 und 1966 zu Dürrekatastrophen und damit verbunden zu starken Mangel an Nahrung, der die Situation noch weiter verschärfte. Ferner wollte man die Stellung der Kleinbauern auf dem Land verbessern, die meist in Subsistenzwirtschaft ihr Land kultivierten oder Erntehelfer bei Großgrundbesitzern waren.
Eine längst überfällige Bodenreform schlug fehl, da die ursprünglichen Besitzer der großen Landflächen sich ihr Land wiederbeschafften und so weiterhin keine Gerechtigkeit bei der Aufteilung des Landes herrschte.
Der Wandel kam erst durch den Einsatz neuer Getreide- und Reissorten, die mit verstärkten Einsatz von Düngemittel und Pflanzenschutzmittel angepflanzt wurden. Desweiteren benutzte man nun andere Bewässerungsformen, wie zum Beispiel verstärkt den Terrassenanbau bei Nassreis und setzte moderne Landmaschinen zur großflächigen Bewirtschaftung ein. Man weitete die Ackerflächen aus und zerstörte deswegen Naturraum und Regenwald. So wurde gar eine Verdopplung der Ernte
n möglich und die Hungerkatastrophe erst einmal gemindert, bevor sich andere drastische Probleme auftaten.
Das Problem dieser neuen Sorten ist, dass sie oft hochspezifisch sind. Das heißt, sie brauchen speziellen Dünger, der genau auf die Pflanze abgestimmt ist. Zusätzlich haben die Körner ihre Keimfähigkeit verloren und müssen so nach jeder neuen Ernte neu gekauft werden. Der Landwirt ist somit stark abhängig vom Saatgutproduzenten. Dieses neue Saatgut ist auch nicht sehr widerstandsfähig gegen Insektenbefall und Krankheiten, was einen hohen Spritzmitteleinsatz mit sich bringt. Das fehlende Know-how der Bauern gegenüber Pflanzenschutzmitteln kann dann wieder zu einer Veränderung im natürlichen Gleichgewicht sorgen. Hinzukommend konnte das Saatgut am besten auf bevorzugten Böden wachsen und es kam dazu, dass sich starke regionale Unterschiede auftaten.
Außerdem laugt die einseitige Bepflanzung der Felder durch Monokulturen den Boden so stark aus, das dieser nachhaltige Schäden davonträgt.
Die Situation der Kleinbauern wurde auch immer schlechter: Da sich eine solche Anbaumethode wegen der hohen Arbeits- und Kapitalintensivität nur für landwirtschaftliche Großunternehmen auszahlte, wurde die Kluft zwischen Arm (Kleinbauern) und Reich (Großbetriebe) immer größer. Vereinzelt kam es aber zu einer Kreditvergabe an Kleinbauern, die somit ein wenig bei der rasanten Entwicklung mithalten konnten. Ein weiterer Kritikpunkt tut sich bei der Mechanisierung auf: Durch den verstärkten Einsatz von Maschinen wie Traktoren, Reismühlen und so weiter, kam es zum Verlust vieler Arbeitsplätze und somit zu einer weiteren Verschlechterung der Situation der Landarbeiter.
Aus der Not geboren hat die “Grüne Revolution” das Problem der Nahrungsknappheit schnell gelöst und eine drohende Katastrophe abgewendet. Darunter zu leiden hat auf längere Sicht die Natur und der einfache Bauer: Auslaugung der Böden und mangelnde Konkurrenzfähigkeit sind nur zwei der zahlreichen negativen Folgen, die man wohl jetzt in Angriff nehmen sollte. Forderungen nach einer “Neuen Grünen Revolution” mit neuen Sorten lösen gegebene Knackpunkte nicht. Man sollte wohl eher an eine angepasste faire Kultivierung denken, die zukunftssicherer und nachhaltiger ist.
Quellen:
http://www.cornelsen.de/sixcms/media.php/8/80960_34_35.pdf
www.wikipedia.org
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