Der Begriff Shifting Cultivation, auch Wanderfeldbau oder Brandrodungsfeldbau genannt, ist eine Form der Landnutzung, die nur in den Tropen betrieben wird. Bei geringer Bevölkerungsdichte (unter 30 Einwohner pro Quadratkilometer) ist sie ausschließlich für den Eigenverbrauch geeignet (= Subsistenzwirtschaft). 0,5-2 ha große Felder werden  gerodet und verbrannt. Dabei sollen auch Schädlinge und Unkraut vernichtet werden. Die dabei entstehende Asche sorgt dafür, dass der PH-Wert des Bodens angehoben wird und wirkt gleichzeitig noch als Düngemittel für die Agrarprodukte. Die gerodete Fläche ist nur ein bis zwei Jahre lang  vielseitig agrarisch nutzbar, da sie einerseits sehr schnell zuwächst und der Aufwand für “Unkrautbeseitigung” unverhältnismäßig hoch wäre, andererseits die Nährstoffe aus der Asche und der dünnen fruchtbaren Bodenschicht durch die große Niederschlagsmenge schnell in tieferliegende Schichten ausgeschwemmt werden Die Landwirte ziehen weiter zum nächsten Feld und fangen wieder von vorne an, während die vorherige Fläche Brache liegt und geschont wird. Nach 15-20 Jahren und ca. 15 Feldern kommen die Landwirte zum ersten Feld zurück, da hier nun ein sog. Sekundärwald gewachsen ist.

Mittlerweile beträgt die Einwohnerzahl in den inneren Tropen aber durchschnittlich 55 Personen pro Quadratkilometer. Durch stetig steigende Erneuerungen und Fortschritte wie beispielsweise der häufigere Einsatz von Maschinen und Düngern, wird der klassische Wanderfeldbau nur noch zu maximal 10% der Landwirte betrieben und von der konträren Plantagenwirtschaft vertrieben.

Bei der Plantagenwirtschaft überwiegen Großbetriebe für pflanzliche Produkte und die Produktion geht,anders als bei Shifting Cultivation  über den Eigenbedarf hinaus. Pächter geben immer öfter anstatt  Geld etwas von ihrem Ertrag der stark gewachsenen Felder an den Landbesitzer ab. Dieses sogenannte „Sharecropping“  wurde später jedoch vom Vertragsanbau-System, welches verschiedene Kriterien festlegt, ersetzt und statt der Einwohner haben hier nun Industrieländer Einfluss  auf die Landnutzung. Doch Fortschritt muss nicht unbedingt besser sein. Anders als beim  Wanderfeldbau wird hier ständig angebaut, dadurch fehlt die regenerierende Brachephase. Statt Degradation wird alles aus dem Land herausgeholt, ohne auf die Konsequenzen zu achten, was eine extreme Artenvernichtung nach sich zieht. So starb vor 2000 Jahren noch eine Art pro Jahr aus. 1970 wurde eine Art pro Tag vernichtet. Und heute? Heute ist es sogar eine Art pro halbe Stunde, die vernichtet wird! Auch  der CO2  Verbrauch  ist immens hoch, da das Verbrennen der Wälder und das Einsetzen der zahlreichen Maschinen viel mehr Schadstoffe erzeugt als die Bäume umwandeln können, somit wird der Boden immer unbrauchbarer, was beim Wanderfeldbau wegen der geringen Bodenbearbeitung und den Regenerationsphasen nicht vorfällt.

Ein ganz besonderes Beispiel der Waldrodung ist Indonesien. Heutzutage  steigen die Spritpreise permanent. Fossile Brennstoffe sind endliche Stoffe und deswegen sucht man alternative Möglichkeiten. Eine Lösung ist Biosprit. Immer mehr Ölpalmen werden angepflanzt. Die Wunschvorstellung ist, durch neutralen Biosprit die hohen Treibhausgase auszugleichen oder sogar zu reduzieren. Kleinere Landwirte hätten die Möglichkeit, selbst Ölpalmen anzubauen und so Biosprit zu verkaufen und Gewinne zu erzielen. Leider sieht die Realität meist anders aus:  die indonesischen Einwohner werden  gezwungen zu gehen, so dass die Menschen in extrem schlechten Verhältnissen leben müssen und sich Slums bilden. Auch Hunger und Armut sind eine häufige Konsequenz. Durch den Ackerbau   wird viel Bewässerung benötigt und giftige Spritzmittel kommen in das Trinkwassersystem Indonesiens, weshalb die Trink- und Nutzwasserreserven völlig unbenutzbar sind und keineswegs senkt Biosprit die hohen Treibhausgase. Im Gegenteil: Wenn man in Indonesien in Sumpfgebieten eine Tonne Palmöldiesel fördert, wird 2-8 mal mehr Kohlenstoffdioxid freigesetzt als bei normalem Diesel!

Somit gewinnen nur internationale Großkonzerne, während indigene Stammesgruppen so gut wie alles verlieren.

Lohnt sich das wirklich?